Die besten Mitbringsel von Madeira sind Madeirawein (achte auf das Etikett DOC Madeira – vier Rebsorten, jede anders) und Rum Agrícola da Madeira, hergestellt aus frischem Zuckerrohrsaft und durch eine geschützte geografische Angabe der EU geschützt. In der Markthalle Mercado dos Lavradores findest du Strelitzien und Proteen, die die Reise ohne Wasser überstehen, und tropische Früchte, die du zu Hause im Laden kaum zu sehen bekommst. Wenn du Madeira-Stickerei kaufst, dann nur mit IVBAM-Zertifikat. Bei Kork achte auf das Etikett cortiça portuguesa. Am besten shoppst du in den Seitenstraßen zwischen Kathedrale und Altstadt, in der Rua de Santa Maria und bei Ständen lokaler Kunsthandwerker während der Feste, nicht auf den großen Touristenstraßen. Alkohol ohne Touristenaufschlag: Pingo Doce. Madeirawein mit Verkostung und 10 % Rabatt: Blandy’s Wine Lodge, Av. Arriaga 28. Die meisten Produkte bekommst du auch im Duty-free-Bereich am Flughafen FNC.
Von Madeira komme ich immer mit einem überladenen Koffer zurück. Nicht, weil ich in die Falle der Touristenstände tappe, im Gegenteil. Während einer einmonatigen Workation in Funchal habe ich gelernt, wo man Dinge findet, die wirklich halten. Hier habe ich alles an einem Ort gesammelt: was sich lohnt, wo du gute Souvenirs findest und wovon du lieber die Finger lässt.
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Wo du auf Madeira Souvenirs kaufst
- Mercado dos Lavradores – die städtische Markthalle im Zentrum von Funchal. Blumen, Obst, regionale Produkte und ein paar Souvenirstände. Achtung: Am Haupteingang sind die Preise höher als weiter drinnen. Geh tiefer hinein und schau dich in Ruhe um.
- Rua de Santa Maria – eine Seitenstraße in der Altstadt, ein paar Gehminuten vom Mercado. Kleine Läden mit handgemachter Keramik, Schmuck und Kork, eine ganz andere Liga als die Touristenstände an den Hauptstraßen.
- Stände lokaler Kunsthandwerker – sie tauchen während des Karnevals und der Feste auf, im Stadtpark und an der Seilbahn nach Monte. Orte und Termine wechseln, also halt die Augen offen: Hier bringen lokale Hersteller Stücke mit, die du sonst nirgends findest.
- Kleine, untouristische Läden. Davon hat Funchal jede Menge: Geh einfach von den Hauptstraßen weg und schau in die Seitenstraßen zwischen Kathedrale und Altstadt. Die Regel ist einfach: Wenn das Schaufenster nicht voller Massenware-Magnete und Souvenirs mit „Madeira“-Aufdruck ist, geh rein.
- Blandy’s Wine Lodge (Av. Arriaga 28) – Pflichtadresse, wenn du Madeirawein suchst. Ein Laden mit Verkostungen, 10 % Rabatt auf Einkäufe und der Möglichkeit, sie im Duty-free-Bereich am Flughafen abzuholen.
- Engenhos do Norte (Porto da Cruz) – die größte Rumbrennerei Madeiras, die nicht nur wegen einer Flasche einen Besuch wert ist. Du kannst die Brennerei besichtigen, sehen, wie der Rum entsteht, und ihn direkt an der Quelle kaufen, auch Abfüllungen, die in den Läden in der Stadt schwerer zu finden sind.
- Galeria Plaza – ein Einkaufszentrum in Funchal mit Läden wie Tiffosi, wo es günstige Kleidung gibt. Gut zum Shoppen abseits der üblichen Touristenrunde.
- Pingo Doce und andere Supermärkte – die beste Wahl für Alkohol (Madeirawein, Rum agrícola) ohne Touristenaufschlag. Die Preise sind deutlich niedriger als in Souvenirläden.
- Central Camacha – wenn du in den Osten der Insel fährst, halt hier für Korbwaren. Ein Teil davon kommt noch aus kleinen Familienwerkstätten.
- ✈️ Duty-free am Flughafen FNC – gut für den letzten Moment. Wein, Rum, bolo de mel, bolo do caco, Honig und reisefertig verpackte Blumenzwiebeln. Schnittblumen (Strelitzien, Proteen) kannst du kurz vor der Sicherheitskontrolle kaufen. Die Preise sind ähnlich wie in der Stadt, die Auswahl kleiner, aber du musst deine Einkäufe nicht die ganze Reise mit dir herumschleppen.
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Wein und Spirituosen von Madeira
Madeira ist für zwei Arten von Alkohol berühmt: den traditionellen Rum agrícola und den aufgespriteten Madeirawein. Beide lohnen sich als Mitbringsel.
Madeirawein
Bevor du die erstbeste Flasche greifst, lohnt es sich zu wissen, was du da eigentlich kaufst. Madeirawein ist kein gewöhnlicher Wein zum Abendessen, sondern ein aufgespriteter Wein mit über 500 Jahren Tradition, von Shakespeare gelobt und am 4. Juli 1776 bei der Feier der amerikanischen Unabhängigkeit ausgeschenkt. Auf der Insel ist er ein ebenso starkes Symbol wie Strelitzien und Levadas.
Die vier wichtigsten Rebsorten ergeben ganz unterschiedliche Charaktere:
- Sercial ist leicht, aromatisch und trocken, perfekt als Aperitif.
- Verdelho ist halbtrocken und goldgelb und passt hervorragend zum Essen.
- Boal – halbsüß und samtig, zu Braten und Desserts.
- Malvasia ist der vollste und süßeste, sehr intensiv. Mit ihm haben die Gründerväter der USA angestoßen.
Wo kaufen? Es gibt mehrere Möglichkeiten, und jede passt zu einer anderen Situation. Im Supermarkt wie Pingo Doce bekommst du solide Flaschen, ohne zu viel zu bezahlen. In der Blandy’s Wine Lodge in der Av. Arriaga 28 in Funchal wird der Einkauf zum Erlebnis: Ein Guide führt dich durch die historischen Keller, danach verkostest du 2 Weine, und im Laden bekommst du 10 % Rabatt (abholen kannst du deine Einkäufe im Duty-free-Bereich). Die dritte Möglichkeit ist der Duty-free-Shop am Flughafen. Egal wofür du dich entscheidest: Achte auf das Etikett DOC Madeira, es garantiert die geschützte Ursprungsbezeichnung.


1: Madeirawein, 2: Madeirawein
Rum Agrícola da Madeira
Das Zuckerrohr kam 1425 mit den ersten Siedlern nach Madeira, die Stecklinge brachte man aus Sizilien mit. Hundert Jahre lang war die Insel Europas größter Zuckerexporteur, bis die Konkurrenz aus Brasilien das Geschäft auf den Kopf stellte. Dann ersetzten Reben das Zuckerrohr, und der Rum von Madeira trat für mehrere Jahrhunderte in den Hintergrund. Heute ist er eine Nischenspirituose mit wachsendem Ruf, von der die meisten Touristen noch nie gehört haben.
Was unterscheidet ihn vom karibischen Rum im Lidl-Regal? Alles. Rum Agrícola da Madeira wird ausschließlich aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft hergestellt, nicht aus Melasse wie die meisten Massenrums. Dadurch spielt er geschmacklich in einer ganz anderen Kategorie: pflanzlicher, grasiger, vielschichtiger. Die Gärung ist langsam und dauert mehrere Tage, das Destillat kommt in Eichenfässer und reift nur auf der Insel, in einem Klima, in dem das Fass nach drei Jahren bis zu 20 % verliert. Das Zuckerrohr wird zwischen März und Mai von Hand geerntet.
All das schützt die EU-Angabe Indicação Geográfica Protegida, eine geschützte geografische Angabe, die garantiert, dass das, was du kaufst, wirklich von Madeira stammt und nach genau festgelegten Regeln hergestellt wurde. Die Produktion überwacht das IVBAM, dasselbe Institut, das Madeirawein und Stickerei zertifiziert.
Heute gibt es auf der Insel vier Brennereien. Die größte ist Engenhos do Norte in Porto da Cruz. Die zweite, die du kennen solltest, ist Engenho da Calheta an der Südwestküste der Insel. Beide produzieren Rum unter eigenen Marken: Branca, Larano und die Serie 970 kommen von Engenhos do Norte und sind in Läden recht leicht zu finden.
Das Alter auf dem Etikett (3, 6, 9, 12, 15, 18, 21, 25+ Jahre) sagt dir, wie lange der Rum gereift ist.
Wo kaufen? Bei Pingo Doce findest du einfache Flaschen zu erschwinglichen Preisen. Für eine bessere Auswahl und die Chance, mit jemandem darüber zu reden, was du eigentlich kaufst, probier die Läden mit regionalen Produkten im Zentrum von Funchal, die Shops der Brennereien und den Duty-free am Flughafen. Achte immer auf das Etikett „Rum Agrícola da Madeira“ mit dem Vermerk „Indicação Geográfica“.
Poncha
Poncha ist ein Getränk von Madeira aus Rum Agrícola da Madeira mit frischem Zitronen- oder Orangensaft und Honig: stark, süß-sauer und mit nichts anderem zu vergleichen. Theoretisch kannst du ihn fertig in der Flasche kaufen, aber das Problem ist simpel: Ohne frische Zutaten verliert er alles, was Poncha ausmacht.




1: Beispiel für fertigen Poncha – empfehle ich NICHT, 2: Souvenirs von Madeira, darunter ein kleines Poncha-Set. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 3: Frischer Poncha im Glas, Februar 2026. Foto: Ewelina Podrez-Siama, 4: Die bemalte Tür der Bar Toka de Baco in der Rua de Santa Maria in Funchal, März 2025. Foto: Ewelina Podrez-Siama
Statt einer fertigen Flasche empfehle ich dir deshalb ein Kit de Poncha da Madeira: ein kleines Set mit einer Flasche Rum, Gläsern und dem traditionellen hölzernen Quirl namens mexelote (im Volksmund caralhinho). Der Geschmack von Poncha, zu Hause nachgemacht.
Blumen und Pflanzen
Im Mercado dos Lavradores und in Blumenläden überall in Funchal findest du Strelitzien (Paradiesvogelblumen), Proteen und Orchideen zu Preisen, bei denen dir die Blumenläden zu Hause richtig deprimierend vorkommen. Geschnittene Strelitzien und Proteen sind erstaunlich robust, überstehen einen Flug einen ganzen Tag lang ohne Wasser und sind damit ein vernünftiges Geschenk.
Die Regeln solltest du allerdings kennen: Portugal gehört zu den sogenannten ausgewiesenen Gebieten der EU, aus denen die Ausfuhr lebender Pflanzen und von Pflanzmaterial stark eingeschränkt ist oder einen Pflanzenpass braucht, der die Gesundheit der Pflanze bestätigt. Schnittblumen (ohne Wurzeln, ohne Erde) darfst du legal mitnehmen, bis zu 50 Stiele. Bei Zwiebeln und Setzlingen frag immer nach einem Pflanzenpass: Ein seriöser Duty-free-Shop sollte Ware mit den nötigen Dokumenten verkaufen.




1: Eine Orchidee von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 2: Eine Strelitzie von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 3: Eine Protea von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 4: Blühende Strelitzien in Funchal, Februar 2026. Foto: Ewelina Podrez-Siama
Obst und Leckereien
Auf Madeira wächst Obst, das du zu Hause im Laden einfach nicht findest. Was anderswo in Europa in den Supermarkt kommt, wird grün geerntet, damit es unterwegs nachreift. Hier bekommst du reife Früchte, auch Sorten, die keinen Transport vertragen. Und falls du sie zu Hause überhaupt findest, kosten sie ein Vermögen.
Monstera-Frucht (monstera deliciosa) vergisst du nicht so schnell. Optisch erinnert sie an einen grünen Maiskolben mit sechseckigen Schuppen und schmeckt wie Ananas mit Vanille: intensiv, süß, tropisch. Eine Bedingung gibt es: Die Frucht muss vollreif sein. Unreife Früchte enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die Mund und Rachen buchstäblich reizen, kein angenehmes Erlebnis.
Bananen-Passionsfrucht (Passiflora mollissima) schmeckt ganz anders als die Maracuja, die du kennst. Diese hier ist süßer, cremiger und weniger sauer, mit einem Hauch Banane und tropischer Süße zugleich. Daneben findest du an den Ständen auch normale Passionsfrüchte, jede mit eigenem Charakter.
Einheimische Bananen sind eine Klasse für sich. Kleiner als Exportbananen, viel süßer, mit cremigerem Fruchtfleisch. Zurück zu Hause schmecken dir die Bananen aus dem Lidl eine ganze Weile wie eine schwache Kopie.
Außerdem lohnt es sich, Cherimoyas (Annona cherimola, auch Zimtapfel oder Rahmapfel genannt – cremig, sehr süß und als eine der gesündesten Früchte der Welt bekannt) und Pitanga mitzunehmen: eine kleine, leuchtend rote Beere mit süßem, leicht würzigem Geschmack, wie du ihn sonst nirgends findest. Allerdings lässt sie sich schwerer transportieren (sie ist empfindlicher).




1: Obst von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 2: Obst und Snacks von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 3: Obst und Snacks von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 4: Obst und Snacks von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026
● Bananen und Monstera-Früchte – sie reisen gut. Am Tag vor dem Abflug gekauft, überstehen sie die Heimreise problemlos.
● Bolo do caco (vakuumverpackt) – gibt es auch im Duty-free am Flughafen, du musst es also nicht die ganze Reise herumtragen.
● Bolo de mel – der traditionelle „Honigkuchen“ von Madeira. Besonders empfehle ich die von Fábrica Santo António und vom Golden Gate Grand Cafe in Funchal. Auch im Duty-free erhältlich.
● Broas de mel – traditionelle Kekse mit Melasse. Ein leichtes, kompaktes essbares Souvenir.
● Honig von Madeira – leicht, lange haltbar und passt in jeden Koffer. Auch im Duty-free erhältlich.
● Laurisilva-Honigbonbons – eine tolle Geschenkidee. Die besten habe ich im kleinen, unscheinbaren Honigmuseum in São Vicente gekauft.
● Trockenobst von den Marktständen – leicht, kompakt und ganz anders als das, was du aus dem Bioladen zu Hause kennst.
💡 Die meisten dieser Produkte (außer frischem Obst) findest du auch im Duty-free-Bereich am Flughafen Funchal, praktisch für Last-Minute-Einkäufe.
Hierher bin ich bei einer Jeeptour durch den Norden der Insel gekommen, und es ist einer dieser Stopps, die dir länger im Gedächtnis bleiben als so manche große Sehenswürdigkeit.
Das Museu do Mel liegt in Sítio dos Lameiros an der Estrada da Bica, auf etwa 500 m über dem Meer, direkt am Rand des Lorbeerwalds Laurissilva (UNESCO). Eine private Initiative mit echtem Herz: Du erfährst alles über traditionelle Imkermethoden und wie Honig entsteht, vom Nektar bis ins Glas. Die Laurisilva-Honigbonbons, die du hier kaufen kannst, gehören zu den Souvenirs, die aus deinem Koffer verschwinden, bevor du überhaupt zu Hause bist.
📍 Sítio dos Lameiros, Estrada da Bica, São Vicente
Was so eine Tour kostet und was dabei ist, beschreibe ich in meinem Guide zu Ausflügen und Touren auf Madeira.
Kosmetik von Madeira
Aloe vera wächst auf Madeira buchstäblich überall: auf Mauern, an Straßen, in Gärten. Aloe ist die Basis vieler lokaler Kosmetikprodukte. Wenn du empfindliche Haut hast, schau sie dir an: Aloe-Gel und Gesichtscreme mit Aloe von Madeira sind Souvenirs, die du zu Hause wirklich benutzt. Ich verwende sie bis heute.
Ein guter Anfang ist die Apotheke in der Galeria Plaza in Funchal: eine solide Auswahl an Kosmetik mit lokalen Zutaten, ohne Touristenaufschlag. Achte auf Produkte, bei denen klar angegeben ist, wo sie hergestellt wurden. Ein Teil des Sortiments ist Kosmetik vom portugiesischen Festland, die auf Madeira einfach nur verkauft wird.
Handwerk und Souvenirs mit Charakter
Auf Madeira gibt es viele Kunsthandwerker, und die Souvenirs, die ich hier kaufe, landen selten hinten in der Schublade. Paradoxerweise wirst du aber genau bei der Suche nach diesen beständigeren Dingen am ehesten „übers Ohr gehauen“.




1: Weniger typische Souvenirs von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2025, 2: Weniger typische Souvenirs von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2025, 3: Weniger typische Souvenirs von Madeira. Foto: Ewelina Podrez-Siama 2025, 4: Korkhandtaschen und geflochtene Taschen an einem Stand in Funchal, Februar 2026. Foto: Ewelina Podrez-Siama
Madeira-Stickerei
Bordado da Madeira, Handstickerei auf Leinen, die seit über 150 Jahren hergestellt wird, gehört zu den bekanntesten Souvenirs der Insel. Und zu den am leichtesten gefälschten. Offizielle Stücke tragen ein Zertifikat des IVBAM (des regionalen Instituts für Wein, Stickerei und Kunsthandwerk, das 2006 die Aufgaben des IBTAM übernommen hat) und ein Garantiesiegel (selo de garantia). Ohne das kaufst du wahrscheinlich Massenware von weit her. Wenn du Geschichte und Technik der Stickerei aus der Nähe sehen willst, besuch das Stickereimuseum im Sitz des IVBAM in der Rua Visconde do Anadia 44 in Funchal, der Eintritt kostet nur 2 €.
Mein liebstes gesticktes Souvenir ist ein Anhänger mit einem traditionellen Madeira-Haus: leicht, mit Wiedererkennungswert und ganz anders als Massenmagnete.
Produkte aus Kork
Portugal ist der größte Korkproduzent der Welt, und das merkt man in den Läden deutlich. Meine Korkhandtasche mit Frida-Motiv habe ich in den engen Gassen zwischen der Kathedrale und dem Mercado dos Lavradores in Funchal gefunden. Ich trage sie bis heute. In Câmara de Lobos lohnt es sich ebenfalls, beim Besuch des Fischerdorfs in die kleinen Läden zu schauen.
Eine Bedingung: Prüf immer das Etikett und such nach „cortiça portuguesa“. Ein Teil der Ware ist importiert.

Korbwaren – eine Tradition aus Camacha
Korbflechten ist eines der ältesten Handwerke Madeiras, und sein Zentrum ist seit dem 19. Jahrhundert das Dorf Camacha im Osten der Insel. Von hier stammen die Körbe, Tabletts, Möbel, Taschen und Dekorationen, die du in Souvenirläden überall in Funchal siehst, und in Camacha selbst, wo manche Stücke noch von Hand in kleinen Familienwerkstätten entstehen.
Weidenkörbe sind eine schöne Tradition, aber für den Heimflug schwer in den Koffer zu quetschen. Wenn du aber ein beständiges, echt madeirisches Souvenir für dein Zuhause suchst, lohnt sich ein Blick darauf. Prüf auf dem Etikett, wo es hergestellt wurde: Die besten Stücke kommen aus Camacha selbst.

Carapuça – Madeiras Mütze mit Geschichte
Die carapuça ist eine kleine, eng anliegende Mütze mit einem kleinen, nach oben stehenden Zipfel in der Mitte, traditionell Teil der Volkstracht bei Festen und Tänzen. Die erste verlässliche Erwähnung stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Heute ist sie eines der bekanntesten Symbole der Insel.
In den Läden findest du sie in Dutzenden Varianten, von traditioneller schwarzer Wolle bis zu bunten Touristenversionen. Wenn du ein typisches Madeira-Souvenir mit kulturellem Hintergrund suchst, ist sie eine bessere Wahl als noch ein Magnet mit „Madeira“-Aufdruck.

Azulejos – Fliesen mit Geschichte
Handbemalte Keramikfliesen schmücken in ganz Portugal Fassaden, Kirchen und öffentliche Plätze, und Madeira ist da keine Ausnahme. Das Gebäude des Mercado dos Lavradores selbst ist mit Azulejo-Bildern von 1940 geschmückt, entworfen vom Künstler João Rodrigues.
Das beste Souvenir ist eine einzelne Fliese von 10×10 oder 15×15 cm mit handgemaltem Motiv.

Kunsthandwerker abseits der Stände finden
Während des Karnevals und der Feste, im Stadtpark, manchmal an der Seilbahn nach Monte: Dort bringen lokale Kunsthandwerker ihre Arbeiten mit. Das ist eine ganz andere Liga als die Touristenstände an den Hauptstraßen. Ein gutes Beispiel: eine handbemalte Muschel als Magnet, gefunden an einem Stand lokaler Kunsthandwerker, ein Einzelstück.

Kleidung von Madeira
Nach Madeira fliege ich immer mit einem halb leeren Koffer. Ich habe das Gefühl, dass mir Schnitte und Größen in portugiesischen Läden einfach besser passen, und jedes Mal komme ich mit neuen Kleidern und Jacken zurück.
Aus dem Tiffosi im Einkaufszentrum Plaza in Funchal komme ich selten mit leeren Händen raus: Alltagskleidung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, auf jeden Fall einen Blick wert.
In Funchal gibt es auch Mezka. Jahrelang war der Laden super, aber im Februar 2026 war ich enttäuscht: viele Marken großer Modeketten wie Vero Moda, und die Stoffe waren spürbar schlechter, als ich sie in Erinnerung hatte. Einen Blick wert, aber schau vor dem Kauf auf die Etiketten.
✗ Magnete, Schlüsselanhänger und T-Shirts mit „Madeira“-Aufdruck – sie sehen genauso aus wie an jedem anderen Touristenort in Europa. Die meisten kommen aus China und haben außer dem Aufdruck nichts mit der Insel zu tun. Die Ausnahme sind natürlich handbemalte Stücke, die du besonders findest.
✗ Stickerei ohne IVBAM-Zertifikat – ohne Zertifikat mit Garantiesiegel kaufst du wahrscheinlich importierte Massenware, kein Kunsthandwerk von Madeira.
✗ Korkprodukte ohne das Etikett „cortiça portuguesa“ – nicht jede Handtasche oder Geldbörse, die auf Madeira verkauft wird, stammt aus Portugal. Prüf das Etikett.
✗ Azulejos mit vollkommen gleichmäßiger, glänzender Oberfläche – das spricht für Druck, nicht für Handmalerei. Echte Fliesen haben kleine Unebenheiten und sichtbare Pinselstriche.
✗ Nur auf den großen Touristenstraßen einkaufen – an der Av. Arriaga und am Eingang zum Mercado sind die Preise höher und die Qualität nicht unbedingt besser. Probier die Seitenstraßen.
💡 Mit ein bisschen Aufmerksamkeit machen dir besondere Souvenirs von Madeira lange Freude und kosten nicht mehr als Touristenkram.
Fazit
Von Madeira komme ich immer mit einem prall gefüllten Koffer zurück, aber ich bereue selten einen einzigen Kauf. Das Geheimnis ist einfach: Ein paar Minuten abseits der Hauptstraßen und Läden mit Charakter machen den Unterschied zwischen noch einem Massenmagneten mit „Madeira“-Aufdruck und etwas, das dich wirklich jahrelang begleitet.
Der gestickte Anhänger hängt in meinem Schlafzimmer. Die Korkhandtasche ist überall mit dabei. Die Fliese mit dem kleinen Engel hängt in der Küche. Die handgemachten Magnete sind an meiner Wand mit Reiseandenken. Nichts davon hat ein Vermögen gekostet, und zu jedem Stück kann ich eine Geschichte erzählen.
Madeira ist eine Insel, die keinen Kitsch braucht, um dir in Erinnerung zu bleiben. Aber wenn du etwas mitnehmen willst, das sie wirklich ausmacht, hast du die Qual der Wahl.
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