- Fanal (in Google Maps auch als Fanal Forest eingetragen) ist eine Weide mit alten Til-Bäumen (Ocotea foetens) am nordwestlichen Rand der Hochebene Paul da Serra. Das Gebiet liegt im Lorbeerwald, der zum UNESCO-Welterbe gehört.
- Der Wald ist frei zugänglich und ohne Buchung. Gebühr und Buchung gelten nur für die Wanderwege PR13 und PR14.
- Nebel gibt es am häufigsten morgens bis etwa 10 Uhr und abends, am seltensten mittags. Er kann das ganze Jahr über auftreten – das Widget unten zeigt eine 3-Tage-Vorhersage.
- Anreise: mit dem Auto ab Funchal über Ponta do Sol und die Straße ER209. Busse fahren nicht hin. Parken ist kostenlos, die Plätze können aber voll sein.
- Regeln: Seit November 2025 sind die wertvollsten Gruppen von Til-Bäumen eingezäunt. Geh nicht hinter die Zäune, kletter nicht auf die Bäume und lass keine Drohne ohne Genehmigung fliegen.
Ist Fanal ohne Nebel wie Paris ohne Eiffelturm? Nicht unbedingt. Ich kam am 10. Februar 2026 gegen 11 Uhr auf der Hochebene Paul da Serra an. Ich hatte dichten Nebel erwartet und diese geheimnisvolle, ein bisschen märchenhafte Stimmung, die man von Instagram kennt. Stattdessen: wolkenloser Himmel, volle Sonne und glasklare Sicht auf Berge und Meer. Enttäuscht? Ganz im Gegenteil.
Nebel sorgt für eindrucksvolle Fotos, doch bei klarem Wetter siehst du erst richtig, was Fanal besonders macht: jahrhundertealte Til– und Vinhático-Bäume mit verdrehten Formen, eine grüne Hochebene, die bis zum Horizont reicht, und Kühe, die friedlich zwischen den Bäumen grasen.
Fanal in Zahlen
Fanal ohne Auto? In den Wald kommst du auch mit einer Tour: im 4x4-Jeep (oft kombiniert mit Porto Moniz und Seixal) oder zu Fuß mit Guide. Vergleiche die Angebote auf GetYourGuide.
Wann gibt es Nebel in Fanal?
Der Nebel in Fanal ist eigentlich eine Wolke. Auf Madeira weht der Passatwind meist aus Nordost. Feuchte Luft steigt an den Nordhängen auf, kühlt ab und kondensiert. Der Wolkengürtel liegt meist zwischen ca. 600–800 und 1600 m (Prada et al., 2009). Fanal liegt auf ca. 1100–1150 m, also mittendrin. Wenn du auf Madeira einen Nebelwald suchst, ist das der am leichtesten erreichbare: Die alten Bäume wachsen ein paar Gehminuten vom Parkplatz entfernt.
Deshalb ist Nebel hier häufig, aber nicht alltäglich. Im nahen Bica da Cana (1580 m, ca. 10 km östlich) wurden früher rund 235 Nebeltage im Jahr gemessen. Wenn die Wolken tiefer als Fanal hängen, bist du über ihnen: Im Wald scheint die Sonne, und über dem Tal von Ribeira da Janela siehst du ein Wolkenmeer.
Zu welcher Tageszeit gibt es Nebel?
In archivierten Vorhersagen des Open-Meteo-Modells für Fanal von 2022–2025 trat Nebel am häufigsten zwischen 6 und 10 Uhr auf. Eine zweite, kleinere Spitze gab es abends nach 18 Uhr. Am seltensten war Nebel mittags.
| Tageszeit (Ortszeit Madeira) | Nebel sehr wahrscheinlich | Nebel zumindest möglich |
|---|---|---|
| morgens, 6–10 Uhr | 21 % der Tage | 43 % der Tage |
| mittags, 10–14 Uhr | 4 % der Tage | 16 % der Tage |
| nachmittags, 14–18 Uhr | 5 % der Tage | 24 % der Tage |
| abends, 18–21 Uhr | 9 % der Tage | 33 % der Tage |
In welchem Monat?
Nebel kann das ganze Jahr über auftreten. In denselben Daten gab es die meisten Nebeltage im Mai und Juni sowie im September und Oktober, die wenigsten im November, Januar und Februar. Eine Regel, dass der Winter nebliger ist, gibt es also nicht.
Gibt es Nebel in Fanal? 3-Tage-Vorhersage
Eine Einschätzung für morgens, mittags, nachmittags und abends auf ca. 1150 m, berechnet aus dem Wettermodell von Open-Meteo. Alle Zeiten in Ortszeit Madeira.
Vorhersage wird geladen …
So rechne ich: Nebel ist „sehr wahrscheinlich“, wenn das Modell eine Sicht unter 1000 m zeigt, eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 95 % bei tiefer Bewölkung ab 70 % oder gleichzeitig dichte Wolken auf ca. 1000 und 1500 m (Fanal liegt dazwischen). „Möglich“ bedeutet schwächere Signale: Sicht bis 5 km, Luftfeuchtigkeit ab 90 % bei tiefer Bewölkung ab 50 % oder Bewölkung ab 60 % in einer dieser Höhen. Ein Zeitfenster gilt als „sehr wahrscheinlich“, wenn das für mindestens die Hälfte seiner Stunden zutrifft. Für „möglich“ reicht eine neblige Stunde.
Das ist eine Vorhersage, keine Garantie. Das Modell berechnet das Wetter in Rasterzellen von mehreren Kilometern Breite, und der Nebel in Fanal kommt und geht schnell. In archivierten Vorhersagen von 2022–2025 zeigte das Modell Nebel am häufigsten morgens, seltener abends und am seltensten mittags. Schau morgens auch auf die Webcams und den Status der Wanderwege. Daten: Open-Meteo.
Fotos im Nebel und in der Sonne
Die stimmungsvollsten Bilder gelingen im Nebel kurz nach Sonnenaufgang, wenn das Licht durch die Äste bricht. Im Oktober geht die Sonne hier gegen 8:15 Uhr auf und gegen 19:30 Uhr unter, im Juni gegen 7:00 und 21:20 Uhr, im Dezember gegen 8:05 und 18:05 Uhr (Ortszeit Madeira). An sonnigen Tagen ist das Licht früh am Morgen und am späten Nachmittag besser. Dann sind auch weniger Leute da als mittags, wenn die Touren ankommen. Kletter für Fotos nicht auf die Bäume und geh nicht hinter die Zäune. Nimm ein Objektivtuch mit, denn der Nebel schlägt sich auf dem Glas nieder.
Mit dem Auto zum Startpunkt: Viele Startpunkte von Wanderungen, etwa am Pico do Arieiro oder im Fanal-Wald, erreichst du nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vergleiche Mietwagenpreise am Flughafen Madeira (FNC) bei DiscoverCars.
Anreise nach Fanal
Am einfachsten geht es mit dem Mietwagen. Ab Funchal brauchst du etwa eine Stunde: Der kürzeste Weg führt über Ponta do Sol und Canhas auf der ER209 (ca. 48,5 km). Die ER105 über den Encumeada-Pass ist seit Januar 2024 gesperrt.
Ich war mit einer Jeep-Tour ab Funchal unterwegs, mit Stopp in Ponta do Sol – eine Tour, die ich auf jeden Fall empfehle.
Die Straße ist nicht besonders schwierig: Es gibt Steigungen, aber nichts Extremes. Stellenweise ist sie schmal, aber nichts, was einen durchschnittlichen Fahrer mit Erfahrung auf Bergstraßen abschrecken sollte. Am Wald gibt es zwei kostenlose Parkplätze (Stand Oktober 2026), an vollen Tagen parken Autos aber auch am Straßenrand. Am Pico do Arieiro und in Queimadas verlangt das IFCN bereits Parkgebühren, und die Behörden haben für Fanal neue Parkplätze und Einlasskontrollen angekündigt – achte also auf das Schild an der Einfahrt.
Gegen 11 Uhr waren noch ein paar Plätze frei, obwohl recht viele Leute da waren, meist mit Jeep-Touren oder mit dem eigenen Auto.
Jeep-Touren in den Westen und Osten der Insel habe ich samt Preisen in meinem Guide zu Ausflügen und Touren auf Madeira verglichen.
Nach Fanal fahren keine öffentlichen Busse. Am nächsten kommst du mit der SIGA-Linie 340 (früher 139) von Funchal nach Ribeira da Janela, von dort sind es aber noch 7–12 km bergauf auf der ER209 (je nach Haltestelle) – du bräuchtest also ein Taxi. Einfacher ist eine Jeep-Tour oder ein gebuchter Transfer.
So kommst du nach Fanal
Mit dem Auto
ca. 48,5 km und ca. 1 Std. ab Funchal (Schätzung ohne Verkehr): VR1 bis Ribeira Brava, VE3 bis Ponta do Sol, dann über Canhas auf der ER209 hinauf zur Hochebene Paul da Serra. Die Route über den Encumeada-Pass fällt weg: Die ER105 von Encumeada nach Paul da Serra ist seit dem 12. Januar 2024 gesperrt. Ab Porto Moniz ca. 14 km, vom Parkplatz Rabaçal ca. 13 km. Die ganze Strecke ist asphaltiert.
Parken
zwei kostenlose Parkplätze an der ER209 neben den Picknickplätzen und ein kleiner am Posto Florestal. An vollen Tagen parken Autos am Straßenrand. Die Behörden haben neue Parkplätze und Einlasskontrollen angekündigt – achte vor Ort auf die Schilder.
Mit dem Bus
Nach Fanal fährt kein Bus. Die SIGA-Linie 340 bringt dich nach Ribeira da Janela (ab Funchal um 9:00 Uhr, ca. 3 Std. 20 Min., 2,65 €), von dort sind es je nach Haltestelle noch 7–12 km bergauf.
Mit dem Taxi
ab Funchal tagsüber ca. 73 €, nachts und am Wochenende ca. 87 €, ab Porto Moniz ca. 23 € (berechnet nach dem IMT-Tarif, gültig seit 1. Januar 2026). Taxistand Porto Moniz: +351 291 852 243.
Mit einer Tour
im 4×4-Jeep oder zu Fuß mit Guide, meist mit Abholung am Hotel. Ohne Auto ist das der einfachste Weg hierher.
Quellen: Routenschätzung OSRM, OpenStreetMap, SIGA-Fahrpläne, Taxitarif IMT RAM. Auf Bergstraßen brauchst du meist länger, als das Navi sagt.
WeiterlesenLevada das 25 Fontes und Risco (PR6)Vom Parkplatz Rabaçal sind es nur ca. 13 km bis Fanal. Wanderwege, Tickets und Anreise.

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026
1: Eine Gruppe alter Til-Bäume auf einem Hügel, in der Ferne spazierende Besucher. Auf den Pfaden kannst du dich im Hauptteil des Waldes frei bewegen; manche Bäume sind mehrere Hundert Jahre alt.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 2: Die Hochebene Paul da Serra mit verstreuten Til-Bäumen vor einer Bergkette. Typisch für diesen Teil Madeiras: Weite, alte Bäume, Bergpanorama.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 3: Die Infotafel des Parque Florestal Fanal am Parkplatz, mit Karte der Umgebung, Wegen und Sicherheitsregeln.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026
WeiterlesenMietwagen auf Madeira. 🚗 Steile Straßen ohne StressPreise, Abholung am Flughafen, Kaution und Versicherung, Bergstraßen und Parken – geprüft im Oktober 2026.
Was du in Fanal siehst
Alte Til- und Vinhático-Bäume
Diese Bäume sind hier die Hauptattraktion. Til-Bäume (Ocotea foetens) und Vinhático (Persea indica) sehen sehr markant aus: niedrige, weit ausladende Kronen, verdrehte Stämme und Äste voller Moos und Flechten. Manche sind mehrere Hundert Jahre alt – sie wuchsen hier schon, bevor Madeira besiedelt wurde.
Die ältesten und mächtigsten Exemplare sind durch Zäune geschützt, damit Besucher nicht auf den Wurzeln herumtrampeln. Auch wenn du nicht direkt an den Stamm herankommst, stören die Zäune weder beim Fotografieren noch beim Bestaunen dieser Naturdenkmäler. Seit November 2025 zäunt das IFCN ganze Gruppen von Til-Bäumen ein (über 1,2 km Zaun). Es geht um die Wurzeln, aber auch um die jungen Bäume, die von den Kühen gefressen werden.
An einem sonnigen Tag siehst du jedes Detail: die Struktur der Rinde, die grünen Flechten, wie das Licht zwischen den Ästen durchbricht. Im Nebel wirkt alles dramatischer (wie auf den meisten Fotos im Netz), doch ohne Nebel verlieren die Bäume nichts von ihrem Zauber. Im Gegenteil: Form, Größe und Alter kommen besser zur Geltung.


Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026
1: Ein Hang der Hochebene Paul da Serra mit Til-Bäumen und gelben Sträuchern. Dahinter Meer und blauer Himmel: An wolkenlosen Tagen siehst du von Fanal aus die Nordküste Madeiras und das Meer. Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 2: Ein mächtiger eingezäunter Til-Baum, einer der bekanntesten in Fanal. Einige der ältesten Bäume sind wegen ihres Alters und ihres Naturwerts eingezäunt.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 3: Ein einzelner Til-Baum mit seinem typischen waagerechten Ast und Flechten auf der Rinde. An einem sonnigen Tag siehst du jedes Detail: die Struktur der Rinde, die grünen Flechten, die Verzweigung.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 4: Verdrehte Til-Bäume, verstreut auf der grünen Hochebene vor den Bergen Zentralmadeiras. Typisch für diese Bäume: niedrige, weit ausladende Kronen, vom Wind geformt.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026
Frei laufende Kühe
Auf der ganzen Hochebene Paul da Serra grasen Kühe frei: zwischen den Bäumen, auf den Wiesen, manchmal buchstäblich auf den Wegen. Menschen sind ihnen ziemlich egal. Ich saß ruhig im Gras und habe sie aus der Nähe respektvoll beobachtet; eine Kuh kam bis auf wenige Meter an mich heran. Keine Aggression, keine Angst, nur ein bisschen Neugier.
Ein typisches Bild auf der Paul da Serra, wo die Rinderhaltung zur örtlichen Tradition gehört.


Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026
1: Eine Kuh grast an einem steilen Hang mit Moos und niedriger Vegetation. Foto: Ewelina Podrez-Siama, 2: Eine Kuh vor der weiten Hochebene mit Til-Bäumen und den Bergen Zentralmadeiras. Rinderhaltung hat auf der Paul da Serra Tradition: Die Tiere grasen frei auf der ganzen Fläche.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 3: Eine frei grasende Kuh auf der Hochebene von Fanal, im Hintergrund spazierende Besucher. Die Tiere sind Menschen völlig gewohnt und gehören fest zur Landschaft der Paul da Serra.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 4: Panorama der Hochebene Paul da Serra mit einer grasenden Kuh im Vordergrund. Blick auf die Berge Zentralmadeiras und verstreute Til-Bäume: An wolkenlosen Tagen hast du von der Hochebene eine grandiose Sicht.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026
Ausblicke von der Hochebene Paul da Serra
Von Fanal aus hast du weite Panoramen über die zentralen Berge Madeiras und die Nordküste. An einem wolkenlosen Tag wie meinem siehst du das Meer, die Täler Ribeira da Janela und Chão da Ribeira und dahinter die Bergkette. Der Nebel verschluckt all das – ein klarer Tag hat also ganz handfeste Vorteile.
Pfade und Wanderwege
Du kannst wie ich über die Wiese zwischen den Bäumen spazieren, aber nur auf den ausgetretenen Pfaden und außerhalb der Zäune. Für einen gemütlichen Rundgang durch den Hauptteil des Waldes samt Fotos hat mir weniger als eine Stunde gereicht.
| Wanderweg | Länge und Dauer | Verlauf | Status (2. Oktober 2026) |
|---|---|---|---|
| PR13 Vereda do Fanal | 10,8 km, ca. 4 Std., bergab von 1420 auf 1130 m | von Assobiadores an der ER209 auf der Paul da Serra durch den Wald nach Fanal | offen |
| PR14 Levada dos Cedros | 7,2 km, ca. 3 Std., von 1090 auf 840 m | von der ER209 bei Fanal (ca. 300 m vom Parkplatz) nach Curral Falso; zu Beginn ca. 1,2 km Holzstufen bergab | offen |
| PR28 Levada da Rocha Vermelha | 10,7 km | von Fanal nach Lombo da Atouguia | gesperrt |
Beide offenen Wege sind Streckenwanderungen, die nicht dort enden, wo sie beginnen. Plane also den Rückweg auf derselben Strecke, ein zweites Auto oder ein Taxi ein. Auf dem PR14 warnt das IFCN vor Schwindelgefahr und rutschigem Untergrund. PR13 und PR14 kosten 4,50 € für alle über 12 Jahre und erfordern eine Buchung mit Zeitfenster im Portal SIMplifica, auch für Kinder und Einwohner Madeiras (IFCN-FAQ). Ein Spaziergang im Wald am Parkplatz ist kostenlos. Wie du buchst, erkläre ich in meinem Guide zur Wanderweg-Gebühr auf Madeira, den aktuellen Zustand der Wege findest du auf der Seite zum Status der Wanderwege.
Wenn du die bekanntesten Bäume sehen und ein Gefühl für den Ort bekommen willst, reicht ein kurzer Spaziergang rund um den Parkplatz, so wie meiner, völlig.

Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026


1: Ein Pfad über die Hochebene mit Blick auf eindrucksvolle Felsformationen und das Meer. An wolkenlosen Tagen wirkt Fanal ganz anders als im Nebel: Die Rundumsicht macht die fehlende mystische Stimmung wett.
Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026, 2: Ein ausgetretener Pfad über eine Wiese in Fanal: Auf der Hochebene gehst du nur auf solchen Pfaden. Foto: Anita und Andrzej Podrez – Februar 2025, 3: Ein Pfad zwischen den Til-Bäumen in Fanal. Foto: Anita und Andrzej Podrez – Februar 2025
Fanal ohne Nebel: Lohnt sich das?
Die meisten Fotos im Netz zeigen dichten Nebel, Bäume, die aus dem Grau auftauchen, und eine fast gotische Stimmung – wie auf dem Foto unten. Bei mir war es so: erste Februarhälfte, 11 Uhr, wolkenloser Himmel. War ich enttäuscht? Kein bisschen.
Nebel gibt Fotos Stimmung, aber ohne ihn siehst du den Wald wirklich: die Flechten auf der Rinde im Detail, wie sich die Äste ausbreiten, das Panorama aus Bergen und Meer. Statt eines „Instagram-Fotos“ hatte ich Zeit, einfach da zu sein: zu sitzen, die Kühe zu beobachten und der Stille zuzuhören. Und Stille ist auf der Paul da Serra selten, denn meistens heult der Wind über die Hochebene.



1: Der Wald von Fanal in der Sonne, Februar 2026, Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 2: Eine Kuh auf einer Wiese in Fanal, Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026, 3: Ein Hang über dem Meer, Foto: Ewelina Podrez-Siama 2026
Würde ich Fanal auch ohne Nebelgarantie empfehlen? Auf jeden Fall! Wenn du Natur, alte Bäume und Ruhe magst, lohnt sich der Ort bei jedem Wetter. Wenn es dir nur um eindrucksvolle Nebelbilder geht, prüf die Vorhersage und plane, früh am Morgen hinzufahren.

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Regeln und Sicherheit in Fanal
- Zäune: Seit November 2025 zäunt das IFCN die wertvollsten Gruppen von Til-Bäumen ein (über 1,2 km Zaun), um Wurzeln und junge Bäume vor Zertrampeln und Vieh zu schützen. Kriech nicht unter den Zäunen durch und kletter nicht auf die Bäume – auch nicht für ein Foto.
- Pfade: Bleib auf den ausgetretenen und markierten Pfaden. Wer die Wiese zertrampelt, legt die Wurzeln der alten Bäume frei. Das IFCN hat einen einzigen ausgewiesenen Besucherweg und Fotopunkte angekündigt.
- Limit: Das IFCN hat die Kapazität des Waldes auf 3000 Personen pro Tag festgelegt. Im Oktober 2026 gibt es für den Wald noch keine Buchung und keine Gebühr, das kann sich aber ändern.
- Kühe: Die Tiere gehören Bauern aus Ribeira da Janela und Seixal und grasen hier seit Jahrhunderten. Füttere sie nicht und halte Abstand, vor allem zu einer Kuh mit Kalb.
- Drohnen: Für Flüge über dem Lorbeerwald unter ca. 300 m brauchst du eine Genehmigung des IFCN, für Luftaufnahmen eine Genehmigung der Autoridade Aeronáutica Nacional. Ohne diese bitte nicht fliegen.
- Ruhe: Fanal ist eine Ruhezone des Naturparks Madeira. Keine laute Musik, kein Feuer außer auf den Grills am Picknickplatz, und nimm deinen Müll wieder mit.
- Camping: Übernachten nur auf dem Campingplatz Fanal, mit Genehmigung über das Portal SIMplifica (5 € pro Zelt und Nacht).
Im Nebel
- Auf der Tafel zum PR13 warnt das IFCN, dass hier oft Nebel durchzieht und man darin leicht die Orientierung verliert. Verlass den Pfad nicht (IFCN-Tafel).
- Entfern dich nicht weit vom Parkplatz und von einem Pfad, den du kennst. Ein aufgezeichneter GPS-Track oder eine Offline-Karte auf dem Handy hilft.
- Die Hänge über dem Tal von Ribeira da Janela sind steil, und Abbrüche können von Pflanzen verdeckt sein. 2026 gab es in der Gegend von Fanal mehrere schwere Stürze, darunter einen von ca. 40 m im April und einen von ca. 10 m im Oktober.
- Nimm eine Regenjacke und etwas Warmes mit. In dieser Höhe ist es kühler als in Funchal, und der Nebel durchnässt die Kleidung schnell.
- Notruf: 112. Zivilschutz Madeira: +351 291 700 112, App Prociv Madeira.
Für wen ist Fanal das Richtige?
- Unbedingt hin: für Naturfreunde, Fotografen und alle, die Ruhe und Weite abseits der üblichen Attraktionen suchen.
- Kann warten: Wenn dein Zeitplan sehr eng ist und du lieber garantiert spektakuläre Ausblicke (wie am Pico do Arieiro) oder berühmte Levadas (25 Fontes) willst, kann Fanal warten.
- Besonders für: Fotografen (Nebel + alte Bäume = einzigartige Bilder), Fans von Slow Travel und gemütlichen Waldspaziergängen ohne anstrengende Anstiege.
🎒 Praktische Tipps
🧥 Was du mitnehmen solltest:
- Eine wasser- oder winddichte Jacke: Selbst an sonnigen Tagen kann es auf der Paul da Serra sehr windig sein, und Nebel bedeutet Feuchtigkeit und Kondenswasser.
- Gute Schuhe: Wenn du den Asphalt verlassen willst – der Boden ist oft nass.
- Kamera oder Handy + Objektivtuch (Nebel = Tröpfchen auf dem Glas).
⏱️ Wie viel Zeit du einplanen solltest:
Ich war knapp eine Stunde in Fanal, und das reichte für einen gemütlichen Spaziergang, Fotos und um die Umgebung auf mich wirken zu lassen. Wenn du den ganzen PR13 gehen willst, plane 4–5 Stunden für eine Richtung ein; der Weg ist eine Streckenwanderung, kümmere dich also um den Rückweg.
🍂 Beste Jahreszeit:
Nebel kann das ganze Jahr über auftreten. In den Modelldaten von 2022–2025 war er im Mai–Juni und im September–Oktober am häufigsten. Zu jeder Jahreszeit ist es früh am Morgen ruhiger.
🐕 Mit Hund:
Die Quellen widersprechen sich. Manche nennen ein Hundeverbot auf den offiziellen Wanderwegen PR13 und PR14 (Natura-2000-Gebiet). Ein kurzer Spaziergang im Wald am Parkplatz ist mit angeleintem Hund vermutlich erlaubt, eine eindeutige Bestätigung gibt es aber nicht. Frag am besten im Posto Florestal am Parkplatz nach.
Bei meinem Besuch habe ich niemanden mit Hund gesehen.
Fazit
Sieh Fanal nicht als Punkt, den du auf einer Liste von Sehenswürdigkeiten abhakst. Komm offen: ohne Nebelgarantie und ohne „Instagram“-Erwartungen. Das ist nicht die Ponta de São Lourenço, wo der Ausblick immer gleich und immer spektakulär ist. Fanal zeigt jedes Mal ein anderes Gesicht, je nach Wetter, Tageszeit und deiner Stimmung.
Wenn du nur eine Chance hast, versuch es morgens, wegen des Nebels. Aber wenn du flexibel bleibst und nimmst, was dich erwartet, wird dich dieser zauberhafte Wald nicht enttäuschen.
Häufige Fragen: Fanal
Muss man für den Wald von Fanal Eintritt zahlen?
Nein. Ein Spaziergang im Wald und auf der Wiese am Parkplatz ist kostenlos und ohne Buchung möglich (Stand Oktober 2026). Die Gebühr von 4,50 € und die Buchung über SIMplifica gelten nur für die Wanderwege PR13 und PR14.
Wann gibt es Nebel in Fanal?
Am häufigsten früh am Morgen, zwischen Sonnenaufgang und etwa 10 Uhr, und abends. Am seltensten mittags. Nebel kann das ganze Jahr über auftreten – prüf also am Vortag die Vorhersage im Widget auf dieser Seite.
Wie komme ich von Funchal nach Fanal?
Mit dem Auto: ca. 48,5 km und ca. 1 Stunde über Ribeira Brava, Ponta do Sol und die ER209 über die Hochebene Paul da Serra. Nach Fanal fahren keine Busse, bleiben also ein Taxi (tagsüber ca. 73 €) oder eine Tour.
Ist Parken in Fanal kostenlos?
Im Oktober 2026 sind die Parkplätze an der ER209 kostenlos. Die Plätze können voll sein, und die Behörden haben neue Parkplätze und Einlasskontrollen angekündigt – achte vor Ort auf die Schilder.
Darf man in Fanal eine Drohne fliegen lassen?
Nicht ohne Genehmigung. Für Flüge über dem Lorbeerwald unter ca. 300 m brauchst du eine Genehmigung des IFCN, für Luftaufnahmen eine Genehmigung der Autoridade Aeronáutica Nacional.
Wie viel Zeit brauche ich für Fanal?
Für einen Spaziergang im Wald am Parkplatz reichen ein bis zwei Stunden. Der PR13 dauert ca. 4 Stunden pro Richtung, der PR14 ca. 3 Stunden.
Quellen, die ich genutzt habe (22)
- IFCN – Liste der PR-Wanderwege (Stand 2. Oktober 2026)
- IFCN – Tafeln zu PR13 Vereda do Fanal und PR14 Levada dos Cedros
- IFCN – FAQ zu Gebühren und Buchung (2. Juni 2026)
- Portaria n.º 48/2026 – Gebühren des IFCN
- IFCN – der Lorbeerwald Laurissilva (8. August 2025)
- Visit Madeira – Fanal, PR13, PR14
- Prada et al. (2009), Fog precipitation and rainfall interception in the natural forests of Madeira Island, Agricultural and Forest Meteorology 149
- Open-Meteo – Vorhersagen und archivierte Vorhersagen 2022–2025 (eigene Auswertung)
- DNoticias, 15. November 2025 – Limit von 3000 Personen pro Tag; DNoticias, 14. November 2025 – ein neues Besuchermodell
- Times of Madeira, 6. November 2025 – Zäune in Fanal
- JM Madeira, 18. November 2025 – Manuel António Filipe (IFCN) über die Landschaft und die Beweidung
- DNoticias, 31. Januar 2026 – Drohnen auf Madeira
- JM Madeira, 17. April 2026 und 13. Oktober 2026 – Unfälle in der Gegend von Fanal; JM Madeira, 14. August 2026 – eine Kuh auf der Straße
- Taxitarif IMT RAM, SIGA-Fahrpläne, Routenschätzung OSRM, OpenStreetMap
- DNoticias
Kein Auto? Buch bei Kiwitaxi im Voraus einen Transfer zum Festpreis ab Funchal, z. B. nach Porto Moniz, São Vicente, Calheta oder zum Flughafen.
⚠️ Wichtig: madeira-planer.de ist ein unabhängiger Guide, den ich als Hobby betreibe. Hier teile ich meine eigenen Erfahrungen und das, was ich bei meinen Aufenthalten auf Madeira gelernt habe. Ich bin keine geprüfte Bergführerin – alles hier dient nur der Information und Inspiration.
Prüfe vor jeder Wanderung den aktuellen Status des Wanderwegs auf der offiziellen Website des IFCN (Institut für Wälder und Naturschutz von Madeira), schau dir die Wettervorhersage an und schätze deine Kondition ehrlich ein. In den Bergen können sich die Bedingungen schnell ändern – wenn du keine Erfahrung mit Bergwanderungen hast oder anspruchsvollere Routen planst, überleg dir, einen qualifizierten Bergführer zu buchen.
Wenn du auf die Wanderwege gehst, tust du das auf eigene Gefahr. Deine Sicherheit hängt von deinen Entscheidungen ab.




