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Levada-Wanderungen auf Madeira. 💧 Die schönsten Routen und was eine Levada ist

📍 Kurz gesagt

Eine Levada ist ein schmaler Bewässerungskanal, der Wasser allein durch Schwerkraft aus dem regenreichen Norden und den Bergen Madeiras in den trockenen Süden leitet. Neben vielen Levadas verlaufen Wartungspfade, und genau die sind heute die beliebtesten Wanderwege der Insel. Das gesamte Netz ist samt Verteilerkanälen rund 3100 km lang. Die schönsten Levada-Wanderungen sind PR6 Levada das 25 Fontes, PR6.1 Levada do Risco, PR9 Levada do Caldeirão Verde, PR18 Levada do Rei und der kurze PR11 zum Aussichtspunkt Balcões. Für die IFCN-Wege brauchst du eine Buchung und zahlst 4,50 € Gebühr. Zur Tabelle der Routen.

Auf den ersten Blick sehen Levadas nach nicht viel aus. Nur ein schmaler Betonkanal mit fließendem Wasser und ein ebener Pfad daneben. Erst wenn du erfährst, dass jemand diesen Kanal von Hand in eine Basaltwand gehauen hat, oft an einem Seil über mehr als tausend Metern Abgrund hängend, und dass das gesamte Netz über 3100 Kilometer lang ist, begreifst du, was Levadas wirklich sind.

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Was ist eine Levada? Eine genaue Definition

Eine Levada ist ein Bewässerungskanal, kein Wanderweg. Der Weg verläuft neben der Levada. Es ist ein Wartungspfad (auf Portugiesisch esplanada), ausgetreten von den levadeiros, den Wärtern, die den Kanal von Laub und Schlamm befreien. Mit der Zeit zeigte sich, dass diese Pfade ideal zum Wandern sind, und sie wurden zu einer der Hauptattraktionen der Insel.

Der Name kommt vom portugiesischen Verb levar, „tragen, führen“. Eine Levada ist also wörtlich „etwas, das (Wasser) trägt“. Offiziell erhielten die „Levadas“ ihren Namen durch eine Carta Régia vom Mai 1493, eine portugiesische königliche Urkunde über die Bewässerungskanäle Madeiras. Die Idee, mit Kanälen und natürlichem Gefälle zu bewässern, übernahmen die Portugiesen von den maurischen Bewässerungssystemen im Süden der Iberischen Halbinsel: an der Algarve und in Andalusien.

Die Maße einer Hauptlevada sind ziemlich einheitlich:

  • 30–80 cm tief bei älteren Kanälen,
  • 1–1,2 m tief
  • und bis zu 1 m breit bei den in den letzten Jahrzehnten gebauten
  • der Pfad daneben ist meist 1–2 Meter breit.

Früher baute man die Kanäle aus Stein und Mörtel. Die ältesten wurden in relativ weiches Vulkangestein gehauen, und wo die Bauleute auf harten Basalt stießen, überbrückten sie den schwierigen Abschnitt mit Holzrinnen. Moderne Abschnitte bestehen aus Zyklopenbeton.

Das wichtigste technische Prinzip:

Das Wasser fließt allein durch die Schwerkraft. Eine Levada hat ein minimales, genau berechnetes Gefälle: genug, damit das Wasser fließt, aber so gering, dass es den Kanal nicht auswäscht.

Deshalb „wandern“ Levadas an den Höhenlinien entlang, umrunden Täler in langen Bögen und durchqueren Berge in Tunneln. Die Kanäle sind bewusst flach und schmal, das verringert die Verdunstung.

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Die schönsten Levada-Wanderungen auf Madeira

Unten habe ich die Levadas ausgewählt, mit denen du am besten anfängst. Der Status ändert sich oft, schau deshalb vor dem Start auf den Status der Wanderwege. Für jeden dieser Wege brauchst du eine Buchung bei SIMplifica und ein Ticket für 4,50 € (so kaufst du das Ticket). Die vollständige Liste der Wege, auch der Veredas (Fußpfade), findest du weiter unten und in der Kategorie Wandern auf Madeira.

LevadaStartLängeGehzeitSchwierigkeitStatus (IFCN, 2. Oktober 2026)
PR6 Levada das 25 FontesRabaçal (ER105)4,3 km + Rückweg über einen Rundwegca. 3 Std.mitteloffen, Einbahnregelung
PR6.1 Levada do RiscoRabaçal3 km + 3 km zurückca. 2 Std.leichtoffen
PR9 Levada do Caldeirão VerdeQueimadas (Santana)ca. 6,5 km + auf demselben Weg zurückk. A. (ganze Route bis Caldeirão do Inferno: 6 Std. 30 Min.)mitteloffen bis Caldeirão Verde (seit 29. Mai 2026); dahinter gesperrt
PR18 Levada do ReiQuebradas (São Jorge)5,3 km + 5,3 km zurückca. 3 Std. 30 Min.mitteloffen
PR11 Vereda dos BalcõesRibeiro Frio1,5 km + 1,5 km zurückca. 1 Std. 30 Min.leichtoffen
PR10 Levada do FuradoRibeiro Frio → Portela11 km einfachca. 5 Std.mitteloffen
PR14 Levada dos CedrosFanal → Curral Falso7,2 km einfachca. 3 Std.mitteloffen
PR16 Levada Fajã do RodriguesSão Vicente3,9 km + 3,9 km zurückca. 3 Std. 30 Min.mitteloffen
Quellen: Visit Madeira (PR-Datenblätter, abgerufen am 16. Oktober 2026), IFCN – Liste der Wanderwege (aktualisiert am 2. Oktober 2026). Die Gehzeit gilt für die ganze Route laut Visit Madeira, beim PR6.1 laut IFCN.

PR6 Levada das 25 Fontes

Rabaçal · 4,3 km einfach · ca. 3 Std. · mittel

Madeiras berühmteste Levada. Der Weg führt von Rabaçal durch den Lorbeerwald (UNESCO) zu einem kleinen Becken, das von Quellen und einem Wasserfall gespeist wird. Hin gehst du an der Levada entlang, zurück über einen Rundweg, denn es gilt eine Einbahnregelung. Höhe 964–1288 m. Dieser Weg ist am häufigsten ausgebucht, buch also früh. Der Bus der Gemeinde Calheta bringt dich zur Casa do Rabaçal.

Levada das 25 Fontes und Risco: Tickets, Bus und Anfahrt

PR6.1 Levada do Risco

Rabaçal · 3 km einfach · ca. 2 Std. · leicht

Die kürzere, leichtere Schwester der 25 Fontes. Von Rabaçal gehst du zum Risco-Wasserfall und auf demselben Weg zurück. Dafür brauchst du eine eigene Buchung (4,50 €).

Beide Wege ab Rabaçal im Detail

PR9 Levada do Caldeirão Verde

Queimadas (Santana) · ca. 6,5 km einfach bis Caldeirão Verde · mittel

Start ist an den dreieckigen Häusern im Waldpark Queimadas. Die Levada aus dem 18. Jahrhundert führt durch den Lorbeerwald und vier Tunnel (Taschenlampe mitnehmen) zu einem Felskessel mit einem etwa 100 m hohen Wasserfall. Seit dem 29. Mai 2026 ist der Weg wieder offen, aber nur bis Caldeirão Verde. Der weitere Abschnitt bis Caldeirão do Inferno bleibt gesperrt. Der Parkplatz in Queimadas ist kostenpflichtig (2 €/Std., max. 10 € pro Tag). Gleich neben dem Start liegt der PR9.1, eine 1,9 km lange, rollstuhlgerechte Levada von Queimadas nach Pico das Pedras.

PR18 Levada do Rei

Quebradas (São Jorge) · 5,3 km einfach · ca. 3 Std. 30 Min. · mittel

Die „Königslevada“ bei São Jorge im Norden. Ein fast ebener Pfad (535–573 m) durch immer dichteren Lorbeerwald bis zur Schlucht des Ribeiro Bonito. Eine gute, ruhigere Alternative zum überlaufenen PR6.

Levada do Rei (PR18): Route, Parken und Ticket

PR11 Vereda dos Balcões

Ribeiro Frio · 1,5 km einfach · ca. 1 Std. 30 Min. · leicht

Die kürzeste Wanderung auf dieser Liste. Formal ist es eine Vereda (Fußpfad), sie verläuft aber an der Levada da Serra do Faial entlang. Am Ende wartet der Aussichtspunkt Balcões mit Blick über das Tal und bei gutem Wetter bis zum Pico do Areeiro, Pico das Torres und Pico Ruivo.

PR10 Levada do Furado

Ribeiro Frio → Portela · 11 km einfach · ca. 5 Std. · mittel

Eine der ältesten öffentlichen Levadas der Insel. Der Weg führt durch den Lorbeerwald mit Blick auf den Penha d’Águia. Er endet woanders, als er beginnt, plan also, wie du von Portela zurückkommst.

Porto da Cruz und Umgebung

PR14 Levada dos Cedros

Fanal → Curral Falso · 7,2 km einfach · ca. 3 Std. · mittel

Eine Levada aus dem 17. Jahrhundert, eine der ältesten auf Madeira. Der Weg beginnt im Wald von Fanal mit seinen uralten Stinklorbeerbäumen (Til) und führt hinunter nach Curral Falso. Start und Ziel liegen an derselben Straße, der ER209, aber an verschiedenen Stellen.

Fanal: Nebel, Anfahrt und Wanderwege

PR16 Levada Fajã do Rodrigues

São Vicente · 3,9 km einfach · ca. 3 Std. 30 Min. · mittel

Eine kurze und sehr grüne Levada in der Gemeinde São Vicente. Unterwegs gibt es Wasserfälle und viele Tunnel, eine Taschenlampe ist also Pflicht. Zurück geht es auf demselben Weg.

Levadas für alle. Zwei Abschnitte sind für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen ausgebaut: PR6.8 Levada do Paul II (1,2 km, Rabaçal) und PR9.1 (1,9 km, Queimadas). Levadas außerhalb der PR-Liste, etwa die Levada dos Tornos, fallen nicht unter die IFCN-Gebühr, offiziell ist aber auch niemand für ihren Zustand verantwortlich. Mit Hund lässt du die beliebtesten Levadas besser aus; mehr dazu in meinem Guide Madeira mit Hund. Gesperrt (IFCN, 2. Oktober 2026): PR7 Levada do Moinho und PR28 Levada da Rocha Vermelha.

Welche Levada passt zu dir?

  • Für das erste Mal: PR6 oder, wenn der PR6 ausgebucht ist, PR18.
  • Für ein, zwei Stunden: PR11 nach Balcões oder PR6.1 zum Risco-Wasserfall.
  • Mit Wasserfällen: PR6, PR6.1, PR9 und PR16.
  • Für einen ganzen Tag: PR10 von Ribeiro Frio nach Portela.

Wie viele Levadas gibt es auf Madeira? Die Zahlen sortiert

Je nach Quelle wird das Netz mit ganz unterschiedlichen Längen angegeben: 800 km, 1400 km, 2170 km, 2790 km, 3000 km, 3100 km. Die meisten Angaben stimmen; sie zählen nur Verschiedenes.

Madeiras Levada-Netz in fünf Zahlenebenen:

~3100 km: das gesamte Netz samt Neben-, Verteiler- und Bewässerungskanälen. Das ist die offizielle Zahl der Regionalregierung von Madeira und der UNESCO.

~2790 km: das öffentliche Bewässerungsnetz, das ARM verwaltet (Stand 2021). Es versorgt 5324 ha Land und rund 40.000 Bewässerungsberechtigte.

~2170 km: Levadas mit Wanderpfaden daneben.

~800 km: die wichtigsten öffentlichen und privaten Kanäle, in denen das ganze Jahr Wasser fließt. Um sie ging es im UNESCO-Antrag.

141 Hauptlevadas insgesamt: 82 verwaltet ARM (Trink- und Bewässerungswasser), 21 die EEM (Wasserkraft) und 31 Bewässerungsgenossenschaften.

Auch bei den Tunneln gehen die Zahlen auseinander, die neuesten offiziellen Dokumente nennen aber 80 km Levada-Tunnel.

Zum Vergleich: Madeira ist nur 737–742 km² groß und von Ost nach West 57 km lang. Auf jeden Quadratkilometer kommen also mehr als 4 km Levadas. Kein Wunder, dass der UNESCO-Antrag das Netz mit dem „Blutkreislauf“ der Insel verglich.

Warum wurden die Levadas gebaut? Geografie und Klima Madeiras

Madeira hat ein grundlegendes Problem: Das Wasser ist nicht dort, wo man es braucht.

Das zentrale Hochland und die Nordhänge fangen die feuchten Passatwinde vom Atlantik ab. In den höchsten Lagen der Berge (Bica da Cana, Paul da Serra) erreicht der Niederschlag 3000 mm im Jahr. Der Naturpark Madeira bekommt bis zu 2800 mm. Der Lorbeerwald, die Laurissilva, wirkt wie ein Schwamm: Er kondensiert die Feuchtigkeit aus den Wolken und hält sie im Boden. An mehr als 200 Tagen im Jahr hängt in 800–1600 m Höhe Steigungsnebel.

Der Süden der Insel und der äußerste Osten liegen auf der windabgewandten Seite der Berge und sind viel trockener. In Funchal fallen nur 500–640 mm Regen im Jahr. Die Halbinsel Ponta de São Lourenço an der Ostspitze ist eine Halbwüste: meist deutlich unter 500 mm Regen pro Jahr (386 mm im Jahr 2024, Daten der DREM). Und gerade im Süden entstanden dank des milden Klimas und der sonnigen Lage die Plantagen.

1: Foto: Ewelina Podrez-Siama – Februar 2026

3: Foto: Ewelina Podrez-Siama 2023, 4: Foto: Ewelina Podrez-Siama 2023

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Die ersten portugiesischen Siedler (ab 1419) erkannten schnell, dass die wichtigste Kulturpflanze das Zuckerrohr war, und das braucht riesige Mengen Wasser. Die Zuckerproduktion auf Madeira erreichte 1506 ihren ersten Höhepunkt. Im 16. Jahrhundert gab es auf der Insel 40 Zuckermühlen. Und doch umfasste die bewässerte Fläche Madeiras noch 1947 nur 110 km² von 300 km² Ackerland: Fast zwei Drittel der Felder hingen vom unzuverlässigen Regen ab.

Die Lösung war so einfach wie ehrgeizig: Kanäle knapp unterhalb der Höhenlinie an den Hängen entlang anlegen und, wo nötig, Tunnel durch die Berge treiben. Das Wasser würde von allein fließen.

Die Geschichte Madeiras und seiner Levadas

Die ersten Levadas entstanden zu Beginn des 15. Jahrhunderts, kurz nach der Besiedlung der Insel 1419. Diese frühen Kanäle waren kurz und einfach, in relativ weiches Vulkangestein gehauen, und leiteten Bäche aus den Tälern auf sonnige, für die Landwirtschaft gerodete Hänge. Angebaut wurde zuerst vor allem Weizen, ab Mitte des 15. Jahrhunderts dann Zuckerrohr, finanziert von genuesischen Bankiers und mit technischem Know-how aus Sizilien.

Im Mai 1493 gab die Carta Régia diesen Kanälen offiziell den Namen „Levadas“.

Der Bau der Levadas war extrem gefährlich. Der madeirensische Schriftsteller Adão Luiz de Oliveira beschrieb ihn 1969 so:

In der Arena der Arbeit wird die Levada aus der Summe menschlicher Leben gebaut. Die Arbeiter hängen an kaum gesicherten Seilen … mit einem Lächeln auf den Lippen, spielen mit dem Tod, mehr als tausend Meter hoch, und höhlen den Basaltfelsen aus. – Adão Luiz de Oliveira, 1969

Das offizielle UNESCO-Dokument verwendet für diese Gruppe von Arbeitern einen eigenen Begriff: rocheiros, Männer, die in Körben an Seilen abgeseilt wurden, die an Bäumen oder Felsvorsprüngen befestigt waren.

Sklaven, Sträflinge, Levadeiros

Dieser Teil der Geschichte fehlte lange in den offiziellen Darstellungen; der UNESCO-Antrag von 2017 erwähnt ihn überhaupt nicht. Historiker haben die Fakten aber gut dokumentiert.

Versklavte Menschen waren entscheidend für den Zuckerboom und arbeiteten nicht nur auf den Zuckerrohrplantagen und in den Mühlen, sondern auch beim Bau und bei der Instandhaltung des Levada-Systems. Es waren Guanchen (von den Kanarischen Inseln), in Nordafrika gefangene Berber und, nach der weiteren Erkundung der afrikanischen Küste, Menschen aus Westafrika.

Die Sklaverei bestand auf Madeira bis 1775–1777. Manchmal wurden auch die Madeirer selbst Opfer des Sklavenhandels: 1617 verschleppten Korsaren von der Barbareskenküste 1200 Menschen von Porto Santo. Neben den Versklavten arbeiteten auch Sträflinge vom portugiesischen Festland und freie Tagelöhner am Bau der Levadas.

3: Ein steinerner Levada-Kanal bei Rabaçal, Februar 2025, Foto: Anita und Andrzej Podrez, 4: Ein Felseinschnitt auf dem Wanderweg PR11 Vereda dos Balcões, November 2023, Foto: Ewelina Podrez-Siama

16. bis 19. Jahrhundert: von privat zu staatlich

In den ersten vier Jahrhunderten wurden die Levadas ausschließlich privat gebaut, bezahlt von Grundbesitzern oder von Miteigentümergemeinschaften, den sogenannten heréus. Erst im 19. Jahrhundert, als nach dem Einbruch der Weinexporte (ausgelöst durch die Reblaus, eine Blattlausplage) eine Agrarkrise drohte, begann die portugiesische Regierung, in Levadas zu investieren und die ersten staatlichen anzulegen.

Die erste staatlich finanzierte Levada war die Levada Velha do Rabaçal, fertiggestellt 1860 nach 25 Jahren Bauzeit. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts beschränkte sich die Rolle des Staates darauf, die Wasserressourcen zu nutzen und Vorschriften für private Levadas zu erlassen.

Damals begannen auch die Konflikte. Staatliche Levadas zapften Wasser aus Quellen an, die traditionell die örtlichen Gemeinschaften nutzten, die die Levadas gebaut hatten: die heréus.

Eine Geschichte vom Kampf ums Wasser:

21. August 1962: die Revolta das Águas in Lombada da Ponta do Sol

Um zu verstehen, was in Lombada da Ponta do Sol geschah, muss man weit zurückgehen. Ab dem 15. Jahrhundert gehörte das Land dort einer der mächtigsten Familien Madeiras, den Esmeraldos, denen König Manuel I. 1522 den Titel Morgada verlieh. Nach dem Niedergang des letzten Erben der Familie (der Conde Carvalhal ging nach üppigen Banketten bankrott) ging das Land an eine britische Weinhandelsfirma, Giorgi & C.ª. Schließlich kaufte Salazar als Finanzminister 1936–37 das Land und verkaufte es in Raten über 20 Jahre an die Siedler, und zwar, das ist entscheidend, zusammen mit dem Recht am Wasser der Levada do Moinho. Laut Gabriela Relva (im Interview mit Jornal Mapa) „überstiegen manche Jahresraten 1000 Escudos, was damals eine enorme Summe war, vor allem angesichts der wirtschaftlichen Lage der Bewohner“.

1958 begann der Estado Novo (Salazars Regime) mit dem Bau der Levada Nova da Lombada, die Wasser zum neuen Wasserkraftwerk Serra de Água umleiten sollte. Die Bauern von Lombada begriffen bald, dass sie das Wasser verlieren würden, für das sie über Generationen hart gearbeitet und bezahlt hatten.

Am 6. Mai 1962 rief der damalige Bürgermeister die Bewohner auf dem Kirchplatz von Lombada zusammen und warnte sie, Widerstand werde „in blutigen Tränen enden“. Die Bewohner schlugen die Warnung in den Wind und zogen zum Cabo da Levada, der Stelle, an der Wasser aus der Ribeira da Ponta do Sol in die Levada do Moinho abgeleitet wird. Von diesem Tag an hielten sie dort dreieinhalb Monate lang rund um die Uhr Wache.

Am 21. August 1962 um 5:00 Uhr morgens trafen Busse und Jeeps mit mehr als 200 Beamten der PSP (Polícia de Segurança Pública) am Cabo da Levada ein. Kommandiert wurden sie von Hauptmann Luís da Costa Eduardo Rombert, einem Artilleriehauptmann. Die Wachen bliesen in búzios, Meeresschnecken, die traditionell als Alarmsignal dienten. Die Bewohner, die noch zu Hause waren, eilten zum Cabo da Levada.

Die Protestierenden stellten sich zur Verteidigung auf: Frauen und Kinder vorne, Männer hinten, in der Hoffnung, die Polizei würde sie verschonen. Hauptmann Rombert verkündete per Megafon: „Ihr habt fünf Minuten, um abzuziehen!“. Fünf Minuten später eröffnete die Polizei das Feuer und begann, auf die Menschen einzuprügeln.

Als die Schüsse fielen, kam die siebzehnjährige Belmira da Conceição Gonçalves, von Familie und Nachbarn Sãozinha genannt, als eine der Letzten an. Außer Atem setzte sie sich an der Mauer auf einen Stein, zwischen Cecília Canha und Paizinha. Dabei sagte sie: „Ich habe einen Schuh verloren, aber Gott sei Dank habe ich es geschafft!“. Einen Augenblick später traf sie eine Kugel in die Stirn. Im Schoß ihrer Nachbarinnen starb sie.

Sãozinha wurde am 18. April 1945 in Lombada geboren, als eines von 17 Kindern von Manuel Gonçalves Júnior und Ana Conceição Silva Relva. Zur Schule ging sie am renommierten Liceu Jaime Moniz in Funchal. An diesem 21. August wollte sie einfach nur bei ihren Leuten sein.

Verschiedenen Quellen zufolge wurden an diesem Tag zwischen 29 und rund 70 Menschen festgenommen. Alle saßen von August bis November 1962 ohne Prozess in Haft. Viele der Verletzten kamen zuerst ins Krankenhaus und nach der Entlassung direkt in die Zelle. Der Tod von Sãozinha kam nie vor Gericht: Der Fall wurde per Verfügung (despacho) des Innenministeriums eingestellt, das sich auf die Seite der Polizei stellte.

Eine Zeugin, Lurdes Teixeira, erinnerte sich: „Es war wie der Weltuntergang; wir dachten, alle würden sterben. Es war ein großes Gemetzel. Schreie von allen Seiten, die Leute versuchten wegzurennen, aber die Polizei schlug blindlings mit Knüppeln zu, trat, schlug mit Gewehrkolben … Da gab es keinen Unterschied; sie prügelten auf Kinder, Frauen und Männer gleichermaßen ein. Viele Männer wurden durch Kugeln an den Beinen verletzt.“

Der Staat übernahm vorübergehend die Kontrolle über die Levada do Moinho. Es gab neue Regeln: Bewässerung nachts und Zeitlimits für jede Runde (turno). Manche Bewohner weigerten sich. Eine Frau wurde dreimal festgenommen, bevor der Fall vor Gericht kam. Der Richter entschied zugunsten der Bewohner, und ein paar Monate später wurde er in den Krieg nach Angola versetzt. Diese verdeckte Vergeltung konnte das Urteil allerdings nicht mehr kippen.

Erst nach der Nelkenrevolution vom 25. April 1974 erkannte der Staat offiziell an, dass die rechtmäßigen Eigentümer des Wassers die heréus waren, die Miteigentümer, die es gekauft hatten. 2006 wurde offiziell die Associação de Regantes da Levada do Moinho da Lombada e Lugar de Baixo gegründet, die das Wasser bis heute nach den traditionellen usos e costumes, den örtlichen Bräuchen, verwaltet. Ihre Präsidentin ist Gabriela Relva, Sãozinhas leibliche Schwester, Forscherin und Hüterin der Erinnerung an die Revolta das Águas.

Zum 50. Jahrestag (2012) wurde am Solar dos Esmeraldos in Lombada eine Skulptur von Gonçalo Martins enthüllt, die an den Kampf erinnert, und der Platz erhielt offiziell den Namen „Largo da Luta das Águas da Lombada – 21 de Agosto de 1962“. Vor Ort wird Sãozinha als heroína e mártir do povo verehrt, als Heldin und Märtyrerin des Volkes. Ein bekanntes Volkslied über sie wird in der Gegend bis heute gesungen:

O sangue que derramaste nas águas livres correu.
Ó Sãozinha, tu tombaste mas o teu povo venceu.

Das Blut, das du vergossen hast, floss in den freien Wassern.
Oh Sãozinha, du bist gefallen, doch dein Volk hat gesiegt.

Doch der Kampf ums Wasser ist nicht vorbei. Die Levada das Rabaças, die die Regionalregierung oberhalb der Levada do Moinho gebaut hat, zapft bis heute immer mehr Wasser ab und leitet es direkt zum Kraftwerk Serra de Água. Für die Gemeinschaft in Lombada ist das eine echte Bedrohung, vor allem mit dem Klimawandel und immer schwächeren Niederschlägen (davor warnte Gabriela Relva 2024 im Jornal Mapa).

Die Levada do Moinho in Lombada (Gemeinde Ponta do Sol) ist ein anderer Kanal als der Wanderweg PR7 Levada do Moinho, der in der Gemeinde Porto Moniz verläuft und im Oktober 2026 gesperrt ist. Jeder Kanal auf Madeira trägt eine Geschichte in sich. Manchmal eine Geschichte von Ingenieurskunst und harter Arbeit. Und manchmal, wie diese, eine Geschichte von Blut, das im Kampf um das Grundrecht auf Wasser vergossen wurde.

Doch in der Geschichte der Levadas geht es nicht nur um Konflikte. Mitte des 20. Jahrhunderts startete der Staat auch das größte Modernisierungsprojekt ihrer Geschichte.

1947: CAAHM und die große Modernisierung

1947 wurde die Comissão Administrativa dos Aproveitamentos Hidráulicos da Madeira (CAAHM) gegründet, die Verwaltungskommission für die Wasserwirtschaft Madeiras. Ihre Aufgabe war ein kompletter Umbau des Wassernetzes der Insel. In 20 Jahren Arbeit (bis 1967):

  •  wuchs das Levada-Netz von 1000 auf 1400 km (+400 km neue Kanäle)
  • wuchs die bewässerte Fläche von 110 auf fast 209 km² (fast das gesamte Ackerland Madeiras)
  • entstanden 4 Wasserkraftwerke, die rund 20 % des Stroms der Region erzeugten
  • wurden 100 km neue Levadas in rund 1000 m Höhe gebaut, 20 km davon in Tunneln

20. Jahrhundert: die letzten Levadas und die Elektrifizierung

Die letzten großen Levadas entstanden im Rahmen des CAAHM-Programms 1947–1967. Heute wird das System vor allem instand gehalten und kaum noch erweitert. Socorridos ist inzwischen Madeiras wichtigstes Wasserkraftwerk; es wird aus dem Levada-Netz gespeist und läuft das ganze Jahr. Zum 34,7 Millionen Euro teuren Modernisierungsprojekt Socorridos (17,3 Millionen Euro von der EU) gehörte der Bau eines 5,2 Kilometer langen Tunnels, der mehr Wasser speichern kann. Tunnel und Kanäle des Projekts Socorridos sind zusammen 15,5 km lang.

21. Jahrhundert: UNESCO und ein Rückzieher

2017 kamen Madeiras Levadas auf die Tentativliste der UNESCO. Die Nominierung umfasst rund 800 km wichtiger öffentlicher und privater Kanäle. Die nicht mehr genutzten Levadas aus dem 15. und 16. Jahrhundert wurden bewusst ausgeklammert; ausgewählt wurden Kanäle aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, die noch in Betrieb sind.

2024 sollte die Nominierung auf der 46. Sitzung des Welterbekomitees in Neu-Delhi beraten werden. Portugal zog sie jedoch nach einer negativen Empfehlung von ICOMOS zurück (dem Beratungsgremium der UNESCO), das „keine Einschreibung“ empfohlen hatte. Die Levadas bleiben auf der Tentativliste, und die Nominierung kann erneut eingereicht werden.

Wie werden Levadas gebaut? Die Technik dahinter

Das ganze System beruht auf Schwerkraft und Höhenlinien. Die Kanäle verlaufen mit sehr sanftem Gefälle parallel zu den Höhenlinien des Geländes. Pumpen gibt es keine.

Drei Arten von Kanälen

Primärkanäle: meist oberhalb von 1000 m; sie fassen das Wasser an den Quellen und leiten es zu den Wasserkraftwerken und weiter nach unten. Das sind die Kanäle, die du auf den meisten Wanderungen siehst.

Sekundärkanäle: Verteilerkanäle. Diese nehmen das Wasser hinter den Turbinen oder direkt an den Quellen auf und verteilen es auf Höfe, Speicherbecken und Felder. An ihnen sitzen Schieber, die der Verwalter oder der levadeiro regelmäßig öffnet und schließt.

Bewässerungskanäle: die kleinsten; sie zweigen im rechten Winkel von den Hauptlevadas ab und führen hinunter zu den einzelnen Terrassenfeldern (poios). Kein ständiger Durchfluss. Auf den Wanderwegen siehst du sie nicht, dafür sind sie zu schmal.

Wie das Wasser verteilt wird: Giro und Marcas de água

Das Wasser wird in einem Zyklus namens giro verteilt, einem festen Turnus, in dem jeder Bewässerungsberechtigte einen Tag, eine Uhrzeit und eine Dauer für die Bewässerung seines Grundstücks zugeteilt bekommt. Bei privaten Levadas dreht sich der Turnus meist alle 15–20 Tage, bei staatlichen alle 15 bis 30 oder sogar 40 Tage.

An den Hauptkanälen gibt es marcas de água, Verteilerkästen mit genau kalibrierten Öffnungen, die den Durchfluss regeln. Unterwegs siehst du auch kleine casas de água, Verteilerhäuschen, manche aus dem frühen 20. Jahrhundert (eines davon, am PR10 Levada do Furado zu sehen, wurde 1906 gebaut).

Die Bewässerungsberechtigten zahlen eine Gebühr namens levadagem, die die Löhne der levadeiros und die Instandhaltung deckt. Heute arbeiten auf ganz Madeira rund 200 Menschen als Levadeiros.

Tunnel und Aquädukte

Wo ein Kanal durch einen Berg musste, grub man einen Tunnel. Anfangs wurden Tunnel von Hand mit Spitzhacken und Hämmern geschlagen, später mit Schwarzpulver und ab dem 19. Jahrhundert mit modernen Methoden. Die neuesten offiziellen Zahlen (UNESCO) sprechen von rund 80 km Levada-Tunneln. Der längste einzelne Tunnel im modernen Wasserkraftsystem, der Oberspeicher des Kraftwerks Socorridos, ist 5,2 km lang (mit einer Tunnelbohrmaschine gebohrt).

Tunnel, durch die du gehen kannst, also die, durch die Levada-Wanderwege führen, sind eine ganz andere Kategorie. Der Tunnel an der Levada da Rocha Vermelha ist 1,6 km lang, du brauchst etwa 20 Minuten hindurch (der Wanderweg PR28 ist derzeit gesperrt). In der Mitte ist der Tunnel so tief, dass du an keinem Ende Licht siehst. Eine Stirnlampe gehört auf vielen Wegen zur Pflichtausrüstung.

Wegbreite und Risiko

Nicht alle Levadas sind ungefährlich. Die im flachen Gelände, im Wald, schon. Aber manche verlaufen an senkrechten Felswänden, wo ein Ausrutscher tödlich enden kann. Nach den verheerenden Erdrutschen von 2010 bekamen einige Routen Geländer, aber nicht alle.

Levadas heute: Wer verwaltet sie und wie?

Heute hat Madeira 141 Hauptlevadas, verwaltet von drei Gruppen:

  • ARM (Águas e Resíduos da Madeira): 82 Levadas. Der wichtigste Betreiber für Leitungs- und Bewässerungswasser verwaltet ein öffentliches Netz von rund 2790 km Länge, das 5324 ha Land und 40.000 Bewässerungsberechtigte versorgt.
  • EEM (Empresa de Electricidade da Madeira): 21 Levadas, die die Wasserkraftwerke speisen.
  • Bewässerungsgenossenschaften und -vereinigungen: 31 Levadas, überwiegend privat, verwaltet von den heréus nach Satzungen, die teils Hunderte Jahre alt sind.

Außerdem ist das IFCN (Instituto das Florestas e Conservação da Natureza), das Institut für Wälder und Naturschutz von Madeira, für die Wanderwege an den Levadas zuständig.

4: Der Kanal der Levada das 25 Fontes (PR6) und der Pfad daneben, Februar 2025, Foto: Anita und Andrzej Podrez

Levadas und erneuerbare Energie

2024 stammten 32,9 % des auf Madeira erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen, der höchste Anteil seit Beginn der Statistik (2009). 2023 waren es 27,9 %. Das Ziel der Regionalregierung für 2025 lag bei 50 %, wurde aber verfehlt: 2025 betrug der Anteil 36,4 % (DREM).

Gebühren für Wanderwege ab 2026

Seit dem 1. Januar 2026 verlangt das IFCN auf den von ihm verwalteten PR-Wegen eine Buchung und eine Gebühr (nicht im System sind PR3, PR3.1 und PR4, die die Stadt Funchal betreibt, sowie PR23 in Caniço). Buchen muss jeder, auch wer von der Gebühr befreit ist, und zwar im Portal SIMplifica, wo du eine Einlasszeit wählst.

Wanderweg-Gebühr auf Madeira. 🎫 SIMplifica Schritt für SchrittWeiterlesenWanderweg-Gebühr auf Madeira. 🎫 SIMplifica Schritt für SchrittSeit 2026 darfst du Madeiras offizielle PR-Wege nur noch mit vorheriger Online-Buchung gehen, und das System läuft ausschließlich über das Regierungsportal SIMplifica. So buchst du und kaufst dein Ticket.

Levada, Vereda, Caminho Real: die Unterschiede

Levada: ein Weg an einem Wasserkanal entlang. Praktisch eben, weil er der Höhenlinie folgt. Ideal für alle ohne Bergerfahrung (mit Ausnahmen: ausgesetzte Abschnitte an Felswänden, dunkle Tunnel).

Vereda: ein Bergpfad ohne direkten Bezug zum Wasser. Oft geht es über Grate oder steile Anstiege. Du brauchst Kondition. Beispiele: Vereda do Areeiro (PR1), Vereda do Pico Ruivo (PR1.2), Vereda da Ponta de São Lourenço (PR8).

Die Vereda do Larano bin ich im November 2023 mit meiner Mama gewandert, auf einer geführten Tour. Der Pfad verläuft hoch über dem Ozean, stellenweise direkt am Abgrund. Wir haben uns ziemlich gut geschlagen, vor allem dank unserer großartigen Wanderführerin.

Caminho Real: der „Königsweg“, eine historische Verbindung zwischen Ortschaften, oft mit Steinen gepflastert. Beispiele: PR3.1 Caminho Real do Monte, PR12 Caminho Real da Encumeada.

Auf Madeira steht das Kürzel PR für Percurso Pedestre Recomendado, „empfohlener Wanderweg“. Auf dem portugiesischen Festland bedeutet dieselbe Abkürzung Pequena Rota, „kurze Route“. Geregelt sind die PR-Wege derzeit durch das Regionale Gesetzesdekret Nr. 24/2022/M. Beschreibungen einzelner Routen, auch der Veredas, sammle ich in der Kategorie Wandern auf Madeira.

Kleines Glossar

Levada: ein für Madeira typischer Bewässerungskanal; den Namen erhielt er offiziell durch die Carta Régia vom Mai 1493.

Levadeiro: Levada-Wärter; die Person, die den Kanal reinigt und die Schieber öffnet und schließt. Derzeit machen rund 200 Menschen diesen Job.

Heréus: die Miteigentümer einer privaten Levada, organisiert in Genossenschaften mit eigener Satzung.

Rocheiros: eine historische Gruppe von Arbeitern, die in Körben an Seilen abgelassen wurden und Levadas über senkrechten Abgründen in die Felswände schlugen.

Giro: der Turnus für die Wasserverteilung; 15–20 Tage bei privaten Levadas, 15–40 bei staatlichen.

Levadagem: die Gebühr der Bewässerungsberechtigten, die die Löhne der levadeiros und die Instandhaltung deckt.

Luta da água / Revolta das Águas: „der Kampf ums Wasser“ / „der Wasseraufstand“; örtliche Namen für die Ereignisse vom 21. August 1962 in Lombada da Ponta do Sol.

Furado: ein in den Fels geschlagener Tunnel (vom portugiesischen furar, durchbohren).

Poio: ein Terrassenfeld am Hang, bewässert durch Abzweigungen einer Levada.

Tornadoiro: die Stelle, an der sich eine Levada teilt; geregelt vom levadeiro.

Marcas de água: Verteilerkästen an den Hauptlevadas mit genau kalibrierten Öffnungen.

Casa de água: ein kleines Verteilerhäuschen an einer Levada.

Esplanada: der Wartungspfad neben einem Levada-Kanal.

Ribeira: ein Bach, ein natürlicher Wasserlauf.

Laurissilva: der Lorbeerwald, seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe.

Alle PR-Wanderwege auf Madeira: die vollständige IFCN-Liste

Die offizielle IFCN-Liste vom 2. Oktober 2026 umfasst 39 PR-Wege auf Madeira (einschließlich Varianten wie PR6.1–PR6.8) und weitere 3 auf Porto Santo. Manche verlaufen an Levadas, die übrigen sind Veredas und alte Königswege. Unten findest du die vollständige Liste mit einer kurzen Beschreibung. Gesperrte und teilweise offene Wege sind markiert, den aktuellen Status jeder Route prüfst du auf der Seite Status der Wanderwege.

Levadas, die als PR-Wege ausgewiesen sind

PR4 – Levada do Barreiro (Poço da Neve → Casa do Barreiro, 6,7 km). Eine der höchstgelegenen Levadas, durch den Parque Ecológico do Funchal. Verwaltet wird sie von der Stadt Funchal, daher gibt es keine Gebühr und keine Buchung. Derzeit nur teilweise offen.

PR6 – Levada das 25 Fontes (Rabaçal → 25 Fontes, 4,3 km). Eine der berühmtesten Levadas; sie endet an einem kleinen Becken, das von 25 Quellen gespeist wird. Die Route liegt im UNESCO-Gebiet der Laurissilva. Es gilt eine Einbahnregelung: hin an der Levada entlang, zurück über einen Rundweg. Im Gebiet von Rabaçal gibt es außerdem die Nebenwege PR6.1–PR6.8, darunter PR6.1 Levada do Risco (zum Risco-Wasserfall), PR6.2 Levada do Alecrim, PR6.4 Levada Velha do Rabaçal und den rollstuhlgerechten PR6.8 Levada do Paul II.

PR7 – Levada do Moinho (Ribeira da Cruz → Lamaceiros, 10,5 km). Eine Levada in der Gemeinde Porto Moniz, fast durchgehend durch Lorbeerwald, benannt nach den Wassermühlen, deren Ruinen du unterwegs siehst. Es ist nicht dieselbe Levada do Moinho, um die 1962 in Lombada gekämpft wurde. Derzeit gesperrt.

PR9 – Levada do Caldeirão Verde (Queimadas → Caldeirão Verde → Caldeirão do Inferno, 8,7 km einfach). Der „Grüne Kessel“ endet in einem Amphitheater aus Felswänden mit einem Wasserfall. Seit dem 29. Mai 2026 ist der Abschnitt bis Caldeirão Verde (ca. 6,5 km) offen; dahinter, bis Caldeirão do Inferno, ist der Weg gesperrt. Der erste Abschnitt (PR9.1, 1,9 km) ist rollstuhlgerecht.

PR10 – Levada do Furado (Ribeiro Frio → Portela, 11 km). Einer der ältesten Abschnitte, eine klassische Route durch den Lorbeerwald. Am Weg siehst du eine casa de água von 1906.

PR11 – Vereda dos Balcões (Ribeiro Frio → Balcões). Der Pfad verläuft an der Levada da Serra do Faial entlang. Der leichteste Weg, hin und zurück etwa 3 km, zu einem Aussichtspunkt mit Panorama über das zentrale Gebirge.

PR14 – Levada dos Cedros (Fanal → Curral Falso, 7,2 km). Die Levada führt vom mystischen Wald von Fanal durch hohes Bergland.

PR16 – Levada Fajã do Rodrigues (Fajã da Ama → Ribeira do Inferno, 3,9 km einfach). Kurz und spektakulär, mit einem langen Tunnel, Felswänden und Wasserfällen.

PR18 – Levada do Rei (São Jorge). Die „Königslevada“: 10,6 km hin und zurück, durch den Lorbeerwald bis zur Quelle des Ribeiro Bonito, wobei du hinter einem Wasserfall hindurchgehst.

PR23 – Levada da Azenha (Caniço, 1,3 km). Eine örtliche Bewässerungslevada, verwaltet von der Junta de Freguesia do Caniço (Gemeindeverwaltung): keine Gebühr, keine Buchung.

PR28 – Levada da Rocha Vermelha (Fanal → Lombo da Atouguia, 10,7 km). Dichter Lorbeerwald im Westen der Insel und ein langer Tunnel. Derzeit gesperrt.

Auch Levadas außerhalb der PR-Liste sind beliebt, zum Beispiel die Levada dos Tornos bei Monte und Camacha. Da sie keine ausgewiesenen Wanderwege sind, gilt das IFCN-Gebührensystem für sie nicht, offiziell ist aber auch niemand für ihren Zustand verantwortlich.

Veredas und Caminhos Reais

PR1 – Vereda do Areeiro (Pico do Areeiro → Pico Ruivo, 6,1 km). Madeiras bekanntester Gratweg. Nach dem Brand im August 2024 gesperrt, seit dem 1. Mai 2026 wieder vollständig geöffnet. Ab Pedra Rija gilt Einbahnverkehr.

PR1.1 – Vereda da Ilha (Pico Ruivo → Ilha, 8,2 km)

PR1.2 – Vereda do Pico Ruivo (Achada do Teixeira → Pico Ruivo, 2,8 km). Der kürzeste Weg auf den höchsten Gipfel der Insel.

PR1.3 – Vereda da Encumeada (Pico Ruivo → Encumeada, 11,2 km). Der Abschnitt Boca das Torrinhas – Encumeada bleibt gesperrt.

PR2 – Vereda do Urzal (Curral das Freiras → Boaventura, 10,3 km)

PR3 – Vereda do Burro (Pico do Areeiro → Ribeira das Cales, 6,7 km). Verwaltet von der Stadt Funchal: keine Gebühr, keine Buchung.

PR3.1 – Caminho Real do Monte (Ribeira das Cales → Monte, 5,5 km). Ebenfalls ohne Gebühr und ohne Buchung.

PR5 – Vereda das Funduras (Portela → Maroços, 8,7 km)

PR8 – Vereda da Ponta de São Lourenço (Baía d’Abra → Cais do Sardinha, 4 km einfach). Die östlichste Halbinsel, eine halbwüstenartige Landschaft und ein Natura-2000-Gebiet. Seit dem 30. September 2026 wird der Weg ausgebaut, es gibt ausgeschilderte Umleitungen.

PR12 – Caminho Real da Encumeada (Boca da Corrida → Encumeada, 12,5 km). Nur die ersten 3,5 km ab Boca da Corrida sind offen.

PR13 – Vereda do Fanal (Paul da Serra → Fanal, 10,8 km). Der Weg führt durch den Wald von Fanal mit seinen uralten Lorbeerbäumen.

PR13.1 – Vereda da Palha Carga (Louro da Gota → 25 Fontes, 1,8 km)

PR15 – Vereda da Ribeira da Janela (Curral Falso → Ribeira da Janela, 2,7 km)

PR17 – Caminho do Pináculo e Folhadal (Lombo do Mouro → Encumeada, 15 km). Begehbar ist nur der Abschnitt Encumeada – Folhadal – Caramujo – Bica da Cana.

PR19 – Caminho Real do Paul do Mar (Prazeres → Paul do Mar, 1,8 km)

PR20 – Vereda do Jardim do Mar (Prazeres → Jardim do Mar, 1,9 km). Derzeit gesperrt.

PR21 – Caminho do Norte (Encumeada → Ribeira Grande, 3,2 km)

PR22 – Vereda do Chão dos Louros (Rundweg, 1,9 km)

PR27 – Glaciar de Planalto (Bica da Cana → ER105, 4,6 km). Derzeit gesperrt.

Im Gebiet von Rabaçal gibt es außerdem die kurzen Veredas PR6.3, PR6.5, PR6.6 und PR6.7, die an die Levada-Wege anschließen.

Status der Wanderwege auf Madeira: aktuelle Liste der IFCN-RoutenWeiterlesenMadeira Wanderwege Status. 🥾 Aktuelle Liste der IFCN-RoutenWenn du auf Madeira wandern willst, verlass dich nicht auf Reiseführer vom letzten Jahr. Der Status der Wege ändert sich, mal wegen Wartungsarbeiten, mal wegen des Wetters oder Erdrutschen nach Starkregen. Diese Seite wird regelmäßig anhand der offiziellen IFCN-Daten aktualisiert. Zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026

Zurück zum Anfang. Levadas sehen nach nicht viel aus. Aber wenn du über einem Kanal stehst, in dem seit zwei Jahrhunderten ohne Unterbrechung Wasser fließt, von Hand gehauen von Menschen, die an Seilen über tausend Meter tiefen Abgründen hingen, über einem Kanal, für den ein siebzehnjähriges Mädchen am 21. August 1962 im Kampf um das Wasserrecht ihrer Gemeinschaft ihr Leben ließ und der heute die Turbinen von Wasserkraftwerken antreibt, dann ist das kein „einfacher Graben“ mehr.

Es ist eine der großen unterschätzten Ingenieursleistungen Europas, auf der Tentativliste der UNESCO, gebaut von freien Tagelöhnern, Sträflingen und versklavten Menschen von den Kanaren, aus Nordafrika und Westafrika. Und ganz sicher die einzige, an der du entlangspazieren kannst.

Häufige Fragen

Was ist eine Levada auf Madeira?

Eine Levada ist ein Bewässerungskanal, der Wasser aus dem regenreichen Inselinneren in den trockenen Süden und zu Wasserkraftwerken leitet. Neben dem Kanal verläuft ein Wartungspfad (esplanada), der heute zum Wandern genutzt wird. Der Name kommt vom portugiesischen levar, „tragen“. Offiziell vergeben wurde er durch die Carta Régia vom Mai 1493.

Wie viele Levadas gibt es auf Madeira?

Das gesamte Netz ist rund 3100 km lang. Davon sind rund 800 km Hauptkanäle, in denen das ganze Jahr Wasser fließt, rund 2790 km das öffentliche Bewässerungsnetz von ARM (für 5324 ha und 40.000 Bewässerungsberechtigte) und rund 2170 km Levadas mit Wanderpfaden daneben. Laut UNESCO entfallen rund 80 km auf Tunnel. Madeira hat 141 Hauptlevadas: 82 verwaltet ARM, 21 die EEM und 31 Bewässerungsgenossenschaften.

Wann wurden die Levadas gebaut?

Die ersten kurzen Kanäle entstanden zu Beginn des 15. Jahrhunderts, kurz nach der Besiedlung Madeiras 1419. Den Namen „Levada“ erhielten sie offiziell 1493 (Carta Régia). Die erste staatlich finanzierte Levada, die Levada Velha do Rabaçal, wurde 1860 fertiggestellt. 1947 wurde die CAAHM gegründet, die in 20 Jahren 400 km neue Levadas und 4 Wasserkraftwerke baute. Die letzten großen Levadas entstanden im Rahmen des CAAHM-Programms 1947–1967. Heute wird das System vor allem instand gehalten und kaum noch erweitert.

Wer hat die Levadas gebaut?

Je nach Epoche: freie Tagelöhner aus Madeira, Sträflinge vom portugiesischen Festland und versklavte Menschen: Guanchen von den Kanarischen Inseln, Berber aus Nordafrika und ab dem 16. Jahrhundert Menschen aus Westafrika, die über den Sklavenhandel auf die Insel kamen. Die Sklaverei bestand auf Madeira bis 1775–1777. Die gefährlichste Arbeit an den Felswänden erledigten die rocheiros, Arbeiter, die in Körben an Seilen abgelassen wurden, manchmal mehr als tausend Meter über dem Abgrund.

Ist im Kampf ums Wasser wirklich jemand gestorben?

Ja. Am 21. August 1962 kam es in Lombada da Ponta do Sol zu einer Tragödie, die als Revolta das Águas bekannt ist. Die Bewohner, Miteigentümer der privaten Levada do Moinho mit vom Staat gekauften Wasserrechten, hielten seit Mai rund um die Uhr Wache, um zu verhindern, dass das Wasser in die neue staatliche Levada Nova umgeleitet wurde. Vor Sonnenaufgang umstellten mehr als 200 Beamte der PSP (Polícia de Segurança Pública) die Protestierenden. Die siebzehnjährige Belmira da Conceição Gonçalves, genannt Sãozinha, Schülerin am Liceu Jaime Moniz, wurde von einer Kugel in die Stirn getroffen und starb. Zwischen 29 und 70 Menschen kamen in Haft (die Quellen nennen unterschiedliche Zahlen). Erst nach der Nelkenrevolution 1974 wurde das Wasser offiziell an die Bewohner zurückgegeben. Zum 50. Jahrestag wurde am Solar dos Esmeraldos ein Denkmal errichtet, und der Platz erhielt den Namen „Largo da Luta das Águas da Lombada – 21 de Agosto de 1962“.

Kannst du an den Levadas entlangwandern?

Ja, und das ist die wichtigste Art, das Inselinnere zu erkunden. An den meisten Hauptlevadas verläuft ein Pfad. Die Routen sind mit PR-Codes (Percurso Pedestre Recomendado) gekennzeichnet und unterschiedlich schwierig.

Was kostet eine Levada-Wanderung?

Seit dem 1. Januar 2026 gelten Gebühren: regulär 4,50 €, 3,00 € bei einer Tour mit einem Anbieter, der eine Vereinbarung mit dem IFCN hat, und 10,50 € für den PR1 (seit dem 1. Mai 2026). Befreit sind Kinder bis 12 Jahre, Einwohner Madeiras und Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 60 %. Die Buchung über SIMplifica ist Pflicht.

Musst du eine Levada-Wanderung buchen?

Ja. Seit 2026 ist die Buchung auf den vom IFCN verwalteten PR-Wegen Pflicht (Ausnahmen: PR3, PR3.1, PR4 und PR23). Du buchst im Portal SIMplifica und wählst eine Einlasszeit. Wer ohne Bezahlung wandert, begeht eine Ordnungswidrigkeit: Die Strafe für Einzelpersonen beträgt 50 bis 250 €, für das Betreten eines gesperrten Weges 250 bis 2500 €.

Was ist der Unterschied zwischen einer Levada und einer Vereda?

Eine Levada ist ein Weg an einem Wasserkanal: fast eben, weil er der Höhenlinie folgt. Eine Vereda ist ein Bergpfad, oft mit steilen Anstiegen über Grate. Ein Caminho Real ist ein historischer Weg zwischen Ortschaften, oft mit Steinen gepflastert.

Sind die Levadas UNESCO-Welterbe?

Noch nicht. Seit 2017 stehen sie auf der Tentativliste der UNESCO. 2024 zog Portugal die Nominierung nach einer negativen Empfehlung von ICOMOS zurück. Madeiras Lorbeerwald (Laurissilva) steht dagegen schon seit 1999 auf der UNESCO-Liste.

Werden die Levadas noch genutzt?

Ja. Die meisten Hauptlevadas führen bis heute Trinkwasser, Bewässerungswasser und Wasser für die Wasserkraftwerke. Das öffentliche Netz von ARM versorgt 5324 ha Land und 40.000 Bewässerungsberechtigte. 2024 stammten 32,9 % des Stroms auf Madeira aus erneuerbaren Quellen. Das Regierungsziel von 50 % für 2025 wurde verfehlt: 2025 lag der Anteil bei 36,4 %.

Woher kommt der Name „Levada“?

Vom portugiesischen Verb levar, „tragen, führen“. Eine Levada ist also wörtlich „etwas, das (Wasser) trägt“. Offiziell erhielten Madeiras Kanäle den Namen durch die Carta Régia vom Mai 1493. Die Idee, mit Kanälen und natürlichem Gefälle zu bewässern, übernahmen die Portugiesen von den maurischen Systemen in Andalusien und an der Algarve.

Welche ist die schönste Levada auf Madeira?

Am beliebtesten sind PR6 Levada das 25 Fontes (ein kleines Becken und Wasserfälle im Lorbeerwald) und PR9 Levada do Caldeirão Verde (Tunnel und ein Felskessel mit einem etwa 100 m hohen Wasserfall). Ruhiger ist PR18 Levada do Rei im Norden der Insel.

Welche ist die leichteste Levada-Wanderung?

PR11 zum Aussichtspunkt Balcões: 1,5 km einfach, hin und zurück etwa 1 Std. 30 Min., leicht. Für Rollstühle gibt es PR6.8 Levada do Paul II (1,2 km) und PR9.1 von Queimadas nach Pico das Pedras (1,9 km).

Sind alle Levadas geöffnet?

Nein. Laut IFCN-Liste vom 2. Oktober 2026 gehören PR7 Levada do Moinho und PR28 Levada da Rocha Vermelha zu den gesperrten Wegen, und PR4 Levada do Barreiro ist nur teilweise offen. Der Status ändert sich nach Starkregen und Erdrutschen, prüf ihn also am Tag deiner Wanderung.

Brauchst du für eine Levada-Wanderung eine Taschenlampe?

Auf manchen Routen ja. PR9 Levada do Caldeirão Verde hat vier Tunnel, PR16 Levada Fajã do Rodrigues sogar viele. Am praktischsten ist eine Stirnlampe.

Brauchst du einen Guide für die Levadas?

Nein. Die markierten PR-Wege kannst du allein gehen, sobald du bei SIMplifica gebucht hast. Mit einem Anbieter, der eine Vereinbarung mit dem IFCN hat, kostet die Gebühr 3 € statt 4,50 €.

Quellen und Literatur

Dieser Guide stützt sich auf Primärquellen (offizielle Dokumente, wissenschaftliche Veröffentlichungen, ethnografische Forschung, Interviews mit Beteiligten und ihren Familien) und auf geprüfte Sekundärquellen. Die folgenden Abschnitte decken alle Fakten, Zahlen und Zitate im Text ab. Klick auf eine Überschrift, um die Liste aufzuklappen.

▸ Wissenschaftliche und begutachtete Veröffentlichungen

Fernandes, F. (2025). Waterscapes, memory and tourism: Materiality and place-making around Madeira’s levadas. Shima, 19(1), 244–265. https://doi.org/10.21463/shima.244

Greenfield, S. M. (1977). Madeira and the Beginnings of New World Sugar Cane Cultivation and Plantation Slavery: A Study in Institution Building. Annals of the New York Academy of Sciences, 292(1), 536–552.

Baioni, D. (2011). Human activity and damaging landslides and floods on Madeira Island. Natural Hazards and Earth System Sciences, 11(11), 3035–3046. https://doi.org/10.5194/nhess-11-3035-2011

Prada, S., Perestrelo, A., Sequeira, M., Nunes, A., Figueira, C. & Cruz, J. V. (2005). Disponibilidades Hídricas da Ilha da Madeira. In: A. Romero Ortega (Hrsg.), Proyecto AQUAMAC: técnicas y métodos para la gestión sostenible del agua en la Macaronesia (S. 261–294). Instituto Tecnológico de Canarias, Cabildo de Lanzarote, Consejo Insular de Aguas de Lanzarote.

Quintal, R. (2001). Levadas e Veredas da Madeira. 3. Aufl. Edições Francisco Ribeiro, Funchal, 285 S. Der Autor forscht seit Langem an der Universität Lissabon und war Umweltdezernent der Câmara Municipal do Funchal. Weitere Arbeiten von Quintal aus den Jahren 1989–2001 werden indirekt über Fernandes (2025) zitiert.

▸ Quellen zur Revolta das Águas (1962)

Olival, F. (2024). Águas Revoltosas da Ilha da Madeira. Jornal Mapa, Ausgabe #40 (Januar–März 2024); online veröffentlicht am 28. September 2024. Auf Grundlage von Interviews mit Gabriela Relva, Sãozinhas Schwester und Präsidentin der Associação de Regantes da Levada do Moinho. Online: jornalmapa.pt

Teixeira, Ó. (11. August 2022). Sãozinha, a heroína mártir da Ponta do Sol. Diário de Notícias da Madeira. Enthält den vollständigen Text der Inschrift auf dem Denkmal am Solar dos Esmeraldos. Online: dnoticias.pt

Belmira da Conceição Gonçalves. Memória Comum, eine Datenbank der Opfer politischer Verfolgung unter dem Estado Novo. Enthält Sãozinhas Biografie, eine Zeugenaussage (Lurdes Teixeira) und volkstümliche quadras (Volksverse). Online: memoriacomum.org

Sãozinha. Wikipédia (portugiesische Ausgabe). Online: pt.wikipedia.org/wiki/Sãozinha

Relva, G. (2012). A Revolta das Águas na Lombada da Ponta do Sol. Mundo Rural Online (herausgegeben von der Acção Católica Rural). Die ursprüngliche Quelle für den Bericht der Familie. Die ursprüngliche Adresse, mundo-rural.webnode.pt, ist nicht mehr erreichbar; der Text ist in Zitaten in der portugiesischen Wikipedia und bei Memória Comum erhalten.

Oliveira, A. L. de (1969). Arquipélago da Madeira: Epopeia Humana. Braga: Editora Pax, 248 S. Zitiert in Fernandes (2025) als Quelle der historischen Beschreibung der Arbeit am Bau der Levadas.

▸ Offizielle Dokumente und Institutionen

Levadas of Madeira Island (Tentativliste, ID 6230). UNESCO World Heritage Centre. Nominierungsdokument von 2017, 2024 aus dem Einschreibungsverfahren zurückgezogen. Online: whc.unesco.org/en/tentativelists/6230

Laurisilva of Madeira (UNESCO-Liste, Eintrag 934, 1999). UNESCO World Heritage Centre. Enthält technische Beschreibungen der Levadas, die durch den Lorbeerwald führen. Online: whc.unesco.org/en/list/934

Levadas of Madeira Island – nomination history. worldheritagesite.org. Dokumentiert die Entscheidung von 2024: „Requested by State Party to not be examined. After a Not to inscribe advice by ICOMOS“. Online: worldheritagesite.org

CAAHM – Comissão Administrativa dos Aproveitamentos Hidráulicos da Madeira (1969). O aproveitamento da água na ilha da Madeira. Ministério das Obras Públicas, Gráfica Brás Monteiro. Indirekt zitiert über Fernandes (2025); das Originaldokument liegt in Archiven auf Madeira.

ARM – Águas e Resíduos da Madeira (2024). Daten zum öffentlichen Bewässerungssystem: 2790 km Kanäle, 5324 ha versorgte Fläche, 40.000 Bewässerungsberechtigte. Online: arm.pt

Visit Madeira / Direção Regional de Turismo. Der offizielle Reiseführer Madeira and Porto Santo (polnische Ausgabe) und die Website visitmadeira.com: Informationen zu Wanderwegen und den SIMplifica-Gebühren 2026.

IFCN – Instituto das Florestas e Conservação da Natureza. Die aktuelle Liste der ausgewiesenen PR-Wege. Online: ifcn.madeira.gov.pt

SIMplifica – Madeiras Buchungsportal für Wanderwege. Online: simplifica.madeira.gov.pt

DREM – Direção Regional de Estatística da Madeira (2025). Daten zur Stromerzeugung (32,9 % aus erneuerbaren Quellen im Jahr 2024). Zitiert von Madeira Island Direct, Februar 2025.

Decreto Legislativo Regional n.º 24/2022/M. Der aktuelle Rechtsrahmen für Wanderwege in der Autonomen Region Madeira. Online: ifcn.madeira.gov.pt

▸ Reiseführer und Studien

Dillon, P. (2018). Walking on Madeira: 60 mountain and levada routes on Madeira and Porto Santo. 3. Aufl. Cicerone Press, ISBN 978-1852848552, 320 S. (Nachdruck 2023). Enthält historischen Hintergrund zu den Levadas und eine der ersten englischsprachigen Erwähnungen der Ereignisse von Jangão im Jahr 1962.

Walking Madeira’s Levadas. Offizielle Broschüre von Visit Madeira (2012). Beschreibt das System der heréus und die Geschichte der Levada do Moinho.

Whitehead, M. & Whitehead, S. (2009). Walk! Madeira. Discovery Walking Guides Ltd. Zitiert in Fernandes (2025).

Découverte de Madère : Les levadas. Petit Futé (französische Ausgabe). Nennt die Bauzeit der Levada Velha do Rabaçal (1835–1860) und den Hintergrund der Modernisierung von 1947. Online: petitfute.com

▸ Historischer Hintergrund Madeiras

Madeira. Wikipedia (englische Ausgabe). Historischer Hintergrund zu Besiedlung und Sklaverei sowie Daten zum Levada-Netz. Online: en.wikipedia.org/wiki/Madeira

History of Madeira. Wikipedia (englische Ausgabe). Ausführlicher Hintergrund zu Zuckerhandel und Sklaverei. Online: en.wikipedia.org/wiki/History_of_Madeira

Levada (Madeira). Wikipedia (englische Ausgabe). Technische Daten zu den Maßen von Kanälen und Tunneln. Online: en.wikipedia.org/wiki/Levada_(Madeira)

Madera. Wikipedia (polnische Ausgabe). Online: pl.wikipedia.org/wiki/Madera

Cartwright, M. (2021). The Portuguese Colonization of Madeira. World History Encyclopedia. Online: worldhistory.org

Solar dos Esmeraldos. Wikipédia (portugiesische Ausgabe). Die Geschichte des Herrenhauses und der Familie Esmeraldo; daneben steht heute das Denkmal für Sãozinha. Online: pt.wikipedia.org/wiki/Solar_dos_Esmeraldos

▸ Presse und Medien

Madeira’s levadas: An ingenious system. Oceanographic Magazine, November 2024. Enthält aktuelle Daten zum Netz (3100 km, 80 km Tunnel). Online: oceanographicmagazine.com

How did Madeira become the EU’s poster child for renewable energy? Euronews, Juli 2023. Über die Rolle der Levadas bei der Energieerzeugung. Online: euronews.com

Madeira develops hydropower for use all year round. Europäische Kommission, Inforegio. Daten zum Projekt Socorridos und zur Länge der Tunnel (insgesamt 15,5 km). Online: ec.europa.eu/regional_policy

Cafofo, P. & Sousa, L. R. (2007). Innovative underground works at Socorridos, Madeira Island, Portugal. Workshop in Volcanic Rocks, Ponta Delgada, 73–80. Technische Quelle für die Länge des Socorridos-Tunnels (5,2 km, Tunnelbohrmaschine, Speicherkapazität 36.000 m³).

A ‚Revolta das Águas‘ na Escola da Lombada. Jornal da Madeira, 4. Mai 2024. Über eine Bildungsausstellung von Gabriela und Margarida Relva an der Schule EB1/PE in Lombada. Online: jm-madeira.pt

Revolta perpetuada na Lombada da Ponta do Sol. Blog Ponta do Sol, 22. August 2007. Ein Bericht über die Gedenkfeiern zum 45. Jahrestag und Informationen zur ersten Skulptur (von Sílvio Cró).

Comemoração dos 50 anos da Revolta das Águas de 1962 na Lombada da Ponta do Sol. Blog Nobicodaquebrada, 30. August 2012. Nennt den Bildhauer des 2012 errichteten Denkmals (Gonçalo Martins).

New Madeira Hiking Trail Fees for 2026. HikingMadeira.com, Dezember 2025; Madeira Hiking Fees 2026. Salt in Our Hair, 2026; Madeira Trail Reservations 2026. Beyond Madeira, März 2026. Geprüfte Gebühren und SIMplifica-Regeln für 2026.

▸ Klima- und Wetterdaten

Niederschlagsdaten für Madeira (3000 mm im Inselzentrum, 500–640 mm in Funchal), abgeglichen mit Prada et al. (2005) und Baioni (2011), den oben genannten wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Ponta de São Lourenço: DREM/IPMA, 386 mm im Jahr 2024 (IPMA-Normalwert für Funchal 1991–2020: 574 mm).

IPMA – Instituto Português do Mar e da Atmosfera. Online: ipma.pt. Portugals Archiv für Wetterdaten, auch für Madeira.

Anmerkung der Redaktion

Zitate aus dem Portugiesischen im Text sind meine eigenen Übersetzungen. Die Originalauszüge aus ethnografischen Interviews (Luísa, Ana, Joaquim, Lurdes Teixeira) stammen aus der Forschung von Filipa Fernandes (2009–2022), veröffentlicht in einem Artikel im Shima Journal (2025), sowie aus den Einträgen von Memória Comum.

Wo sich die Quellen widersprechen (z. B. bei der Zahl der am 21. August 1962 Festgenommenen: 29 laut Memória Comum, rund 70 laut Jornal Mapa), nenne ich im Sinne der Transparenz beide Versionen.

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Prüfe vor jeder Wanderung den aktuellen Status des Wanderwegs auf der offiziellen Website des IFCN (Institut für Wälder und Naturschutz von Madeira), schau dir die Wettervorhersage an und schätze deine Kondition ehrlich ein. In den Bergen können sich die Bedingungen schnell ändern – wenn du keine Erfahrung mit Bergwanderungen hast oder anspruchsvollere Routen planst, überleg dir, einen qualifizierten Bergführer zu buchen.

Wenn du auf die Wanderwege gehst, tust du das auf eigene Gefahr. Deine Sicherheit hängt von deinen Entscheidungen ab.

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